Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
30. April 2008
COFEE, der "Computer Online Forensic Evidence Extractor", ist eine Art Anwendungspaket, das insgesamt 150 Befehle umfasst, und das die für die Beweisaufnahme benötigte Zeit "dramatisch" reduzieren kann. Es dient beispielsweise dazu, Passwörter zu entschlüsseln, die Internet-Nutzung zu analysieren, oder die gespeicherten Daten zu sichten. Beim Einsatz soll COFEE die Konfiszierung und anschließende forensische Untersuchung von Rechnern überflüssig machen.
Die Beamten können damit vor Ort entscheiden, ob weitere Untersuchungen oder die Beweissicherung notwendig sind. Bei der ersten Herausgabe der Software im vergangenen Jahr erhielten gerade "eine Handvoll Behörden" weltweit die Software. Inzwischen sollen mehr als 2.000 Strafverfolger in 15 verschiedenen Ländern kostenlose COFEE-Sticks einsetzen. Explizit genannt werden Deutschland, Polen, die Philippinen, Neuseeland und die USA.
Nach der Veranstaltung im US-Bundesstaat Washington, an der Vertreter von 35 Ländern teilnahmen, wird die Software wahrscheinlich noch weitere Verbreitung finden. Wobei die kostenlose Abgabe für Microsoft mit ähnlichen Vorteilen verbunden ist, wie bei andere branchenübliche "Geschenke" der Fall.
Bedenklich scheint an dieser Hilfestellung allerdings, dass die Vereinfachung einer Computer-Untersuchung in der Praxis womöglich auch die Schwellen zum Einsatz solcher Methoden senkt. Eine Einsichtnahme "vor Ort", die voraussichtlich absolut spurenfrei verläuft, könnte eventuell auch den missbräuchlichen Einsatz fördern. Gleichzeitig dürfte diese "PC-Analyse light" auch den Druck auf Straftäter erhöhen, Verschlüsselungsverfahren zu benutzen, oder Betriebssysteme, denen Microsoft COFEE schnuppe ist.
Links:
| < Neuere | Ältere > |
|---|




