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Womit Twomey zunächst einmal recht hat, denn die Erweiterung der TLDs ist nichts anderes als ein Eintrag in den Root Zones der 13 Root Server, der innerhalb kürzester Zeit vorgenommen werden kann. Ein IANA-Mitarbeiter könnte innerhalb einer Stunde möglicherweise hunderte neue TLDs schaffen, wenn er mit Copy & Paste arbeitete - und wenn ICANN ihn ließe.

Über diese Einträge hatte jahrelang Jon Postel gewacht, einer der Gründerväter des Internet, der wie eine Art "guter König" die Root Zone kontrollierte. Postel selbst wiederum wurde von der damals noch sehr technisch orientierten Internet Community beobachtet und gelegentlich auch heftig kritisiert. Etwa, wenn er eine nationale ccTLD an die "falsche" Organisation delegierte. Doch im Großen und Ganzen lief Postels IANA-Maschine rund und fand allgemein Zustimmung.

Leider starb Postel 1998 im Alter von 55 Jahren, gerade als sich eine von der US-Regierung unabhängige Kontrolle des Internet und seiner Root Zone entwickelte. Postel förderte diese Entwicklung und brachte mit Unterstützung anderer Root Server Betreiber im Januar 1998 das Internet sogar kurzfristig komplett unter seine Kontrolle, indem er einen eigenen Root Server A aufsetzte und dem damaligen Monopolisten Network Solutions die Kontrolle entzog. Wenige Monate später starb er an den Komplikationen einer Herzoperation.

Auch Postel war kein Gegner einer Ausweitung des TLD-Raums, sondern befürwortete im Gegenteil die Bildung vieler weiterer TLDs, um der sich abzeichnenden Verknappung gerade unter .com entgegen zu wirken. Doch die von der US-Regierung ins Leben gerufene ICANN als "Nachfolgeorganisation" Postels verhinderte dies. Eine Ausweitung des TLD-Raums könne die Sicherheit beeinträchtigen, hieß es zunächst.

Was dann auch erklärte, wieso die später eingeführten TLDs einen langwierigen und kostspieligen Auswahlprozess passieren mussten. Techniker spielten dabei allerdings eine untergeordnete Rolle. Wichtigere Rollen spielten Juristen, die für immense Beträge als Berater angeheuert wurden (z.B. Jones, Day, Reavis & Pogue). Der gesamte Entscheidungsprozess und die ICANN wurden von vielen Seiten mit "byzantinischen Strukturen" verglichen.

Praktisch alle Anträge auf neue TLDs mussten viel länger auf ihre Beurteilung warten als die 30 Tage, die dafür laut Geschäftsordnung vorgesehen sind. Die Europäische Union musste sogar viele Jahre warten, bis sie ihre eigene Top Level Domain erhielt, obwohl sie alle dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllte.

Und jetzt meint CEO Twomey, es gebe wenige Gründe, die gegen eine Öffnung des Prozesses sprechen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Aber vermutlich hat die ICANN gute Gründe für ihre aktuelle Entscheidung. Wenngleich man nicht sehr viel davon hören wird, denn eine der wichtigsten Grundlagen, die das Weißbuch der US-Regierung als "Verfassung" der Organisation vorgesehen hat, wird nicht erfüllt: Die ICANN hat keine demokratisch gewählten Direktoren, die die internationale Gemeinschaft der Internet-Nutzer repräsentiert.

Dafür hat der reiselustige Club einen enormen Bedarf an Geld. Und die Möglichkeit, schon bald einen Bewertungsprozess für neue TLDs ins Leben rufen zu können, bei dem jeder Bewerber bis zu 100.000 Dollar zahlen muss, ist sicher verlockend. Vor allem, weil dieses Geld nicht für unnötige technische Anschaffungen benötigt wird. Denn immer noch ist jede neue TLD nur ein neuer Eintrag in der Root Zone - daran hat sich nichts geändert.

Doch die Investitionsbereitschaft für TLDs hat sich geändert. Welches Großunternehmen wird sich beispielsweise die Chance nehmen lassen, eine eigene TLD zu führen. Oder anders gefragt, welches Unternehmen wird es riskieren, dass andere diese Domain übernehmen könnten? Und wenn es keine Gründe mehr gibt, neue TLDs zu behindern, dann wird es bald nicht nur eine TLD für Pornos geben (.xxx), sondern gleich hunderte.

Hier tut sich eine gigantische Geldmaschinerie auf, die das Management der ICANN in den kommenden Jahren noch weiter aufblähen wird. Und dieses Management wird sich noch besser gegen internationale Begehrlichkeiten der Machtverteilung zur Wehr setzen können. Schließlich macht ICANN das Internet jetzt ja "frei". Aber was wohl Jon Postel dazu sagen würde?


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