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27. November 2009
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Fall des "größten Militär-Hacker aller Zeiten" zumindest teilweise symbolischen Charakter hat. Erstmals soll ein Straftäter in einem Fall von Computer-Kriminalität im Rahmen eines Auslieferungsverfahrens der US-Justiz überstellt werden. Damit wird anderen Hackern signalisiert, dass die US-Justiz auch im Ausland ihre Hebel in Bewegung setzen kann. Auch wenn es sich um einen eher minder gefährlichen Fall wie den von McKinnon handelt.
Um dessen Vergehen kurz zusammenzufassen: McKinnon scheint bis heute davon überzeugt, dass dem US-Militär Beweise für die Existenz Außerirdischer vorliegen, und dass diese Beweise gezielt vertuscht werden. Um Beweise für diese Hypothese zu finden, verschaffte er sich in den Jahren 2001 und 2002 Zugang zu Rechnern der NASA und des US-Militärs.
Dazu hat er aber - bisher unwidersprochen - keine besonders ausgeklügelten Hacks zum Einsatz gebracht. Vielmehr benutzte er auf seinem Modem-PC ein Perl-Script, um Rechner zu finden, bei denen das werksseitig voreingestellte Password noch nicht geändert worden war. Nach seiner Darstellung war er auch lange nicht der einzige Eindringling. Vielmehr scheint zu nächtlicher Stunde ein reges Treiben auf den US-Rechnern zu beobachten gewesen sein.
McKinnon fand dabei angeblich auch die gesuchten Beweise. Er will Fotos von riesigen Flugkörpern gesehen haben, die "nicht von Menschenhand stammen". Aber auch Hinweise auf die regelmäßige Entfernung von UFO-Beweisen aus Fotomaterial des US-Militärs. Und Hinweise dafür, dass die Behauptungen des "Disclosure Project" den Tatsachen entsprechen: Die USA kooperieren mit Außerirdischen und haben von diesen unter anderem auch neue Technologien zur Energiegewinnung erhalten. Doch diese Technologien werden geheim gehalten, um die geopolitischen Machtverhältnisse nicht zu gefährden, und auch gerade um die speziellen Interessen der Öl erzeugenden Länder nicht zu gefährden.
Zu diesem Bild scheeint es sich zu fügen, dass McKinnon seine nächtlichen Streifzüge stets unter Alkohol- und THC-Einfluss durchführte. Doch aus Sicht der US-Kläger gestaltet sich das Ganze weniger harmlos. McKinnon soll objektiven Schaden angerichtet und die Sicherheit des Landes gefährdet haben. Das, indem er notwendige Daten auf Rechnern löschte und beispielsweise ein Netzwerk von 2.000 Rechnen einen Tag lag ausfallen ließ. Ein weiteres militärisches Netz mit 300 Computern soll wegen McKinnons Handlungen nach den Angriffen des 11. Septembers ausgefallen sein.
Besonders kritisch wird gesehen, dass er nach dem 11. September auf einem der Rechner eine Drohung hinterließ: "US foreign policy is akin to government-sponsored terrorism these days? It was not a mistake that there was a huge security stand-down on September 11 last year...I am SOLO. I will continue to disrupt at the highest levels". Die USA mit Terroristen gleichzustellen, den 11. September als selbstverschuldetes Sicherheitsproblem darzustellen und mit weiteren Übergriffen zu drohen, das wird man dem Hacker sicher nicht einfach nachsehen.
Enttarnt wurde McKinnon alias SOLO schließlich nach eigenen Angaben, weil er einen Windows-Rechner aus der Ferne kontrollierte, während der Benutzer des Computers an seinem Arbeitsplatz saß. Der große Hacker-Zampano SOLO hatte die Zeitverschiebung falsch kalkuliert.
Für die US-Ermittler, die es sonst mit viel problematischeren Fällen zu tun hat, war der Fall McKinnon wahrscheinlich ein Glücksfall. Ein Hacker, der seine Spuren nicht verwischt und auch noch in einer befreundeten Nation zuhause ist, das gibt es selten. Erfolge hatte man bis dahin vor allem mit Hackern aus den USA. Für Hacker aus dem Ausland mussten dagegen aufwändige Fallen aufgebaut werden. Wie etwa bei den beiden Russen, für die das FBI im Mai 2001 eigens eine Scheinfirma einrichtete, und sie zu einem Vorstellungsgespräch in die USA einlud.
Im Fall McKinnons war das alles wesentlich einfacher, denn die britischen Ermittler verhafteten ihn im Jahr 2002 nach einem Hinweis aus den USA. Er blieb dann zwar einige Jahre auf freiem Fuß, doch im Jahr 2005 wurde seine Auslieferung beantragt und dem Ersuchen wurde stattgegeben. McKinnon und seine Anwälte haben dies zwar durch alle Instanzen angefochten wurde, doch die Entscheidung blieb erhalten.
Selbst ein inzwischen diagnostiziertes Asperger Syndrom und eine allgemeine gesundheitliche Situation, die sich in den letzten Monaten stark verschlechtert hat, änderte daran nichts.
Die einzige Hoffnung, die McKinnon jetzt noch zu haben scheint, ist ein faires und vielleicht auch gnädiges Verfahren vor der US-Justiz. Die Chancen dafür haben sich seit dem Regierungswechsel nicht unbedingt verschlechtert. Doch angesichts eines maximalen Strafmaßes von 70 Jahren Haft ist es schwer, eine "gnädige" Strafe zu definieren.
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