Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
30. April 2010
Jobs leitet sein erklärendes Schreiben mit der Behauptung ein, Adobe Produkte seien "100% proprietär", während sich Apple für offene Standards einsetze. Bei der PCWorld wundert man sich, ob Jobs beim Schreiben gerade dieser Zeilen ein ernstes Gesicht bewahren konnte, wo doch Apples gesamtes Geschäftsmodell auf der Geschlossenheit der Systeme setzt.
Doch die Argumentation des Apple-Chefs ist eine andere. Er verneint nicht, dass Apples Produkte proprietär sind. Doch sein Unternehmen setzt sich hinsichtlich der nutzbaren Inhalte gerade im Web für offene Standards wie etwa HTML5, CSS und JavaScript ein. Das ist durchaus ein Argument, das gegen die Flash-Unterstützung spricht, denn für die Erstellung von Flash-Inhalten ist proprietäre Software nötig, während die genannten offenen Standards nicht den Kauf einer bestimmten Software notwendig machen.
Ob damit Apples geschlossenes System legitimiert wird, ist eine andere Frage. Doch diese Frage beantworten die Kunden des Unternehmens, wenn sie die Apple-Geräte erwerben und sich damit auch beispielsweise mit einer moralisch sauberen Vorauswahl der Apps einverstanden erklären. Hier muss man fraglos bestätigen, dass es diese Zielgruppe gibt, und dass sie nicht zu klein ist, wie der Erfolg Apples in den letzten Jahren zeigt.
Während das Argument der Offenheit also Geschmackssache ist, kann man einigen von Jobs weiteren Argumenten nicht widersprechen. Ein wichtiger Punkt ist namentlich die Zuverlässigkeit, Sicherheit und Güte, die bei Flash leider häufig zu bemängeln ist. Wenn Apple also die Flash-Nutzung auf seinen Geräten verhindert, wird zugleich die Performance der Geräte erhöht. Ein Punkt, der klar für die Entscheidung des Unternehmens spricht. Ähnlich verhält es sich mit den Argumenten, dass Flash die Batterieleistung senkt, und dass Flash nicht für Apples Multi-Touch-Bildschirme entwickelt wurde, sondern für einen PC mit Maus.
Jobs Hauptargument bezieht sich aber wiederum auf den Punkt der Geschlossenheit der Apple-Systeme, denn er meint, das Konzept einer weiteren Entwicklungs-Software, mit der auch Anwendungen für Apple-Geräte möglich sind, sei mit Apples Architektur nicht vereinbar. Man habe die schmerzvolle Erfahrung gemacht, dass diese Konzeption zu mangelhaften Ergebnissen führt. Und gerade im Fall von Entwicklungs-Umgebungen, die für verschiedene Betriebssysteme gedacht sind, gebe es Probleme, etwa mit der Anpassung an Neuerungen der Betriebssysteme. Adobe habe sich in den letzten Jahren teilweise extrem lange Zeit gelassen, Neuerungen Apples aufzunehmen.
Von Seiten Jobs' ist es also klar, dass Flash keinen Platz auf den iPods, iPhones und iPads finden wird. Diese Entscheidung wird voraussichtlich dazu führen, dass viele Web-Entwickler nun tatsächlich beginnen werden, HTML5 als Alternative zu nutzen. Das Ende der Flash-Ära wird damit absehbar. Wobei vermutlich nicht allzu viele Nicht-Apple-Nutzer sich darüber beschweren werden, wenn sie in Zukunft seltener mit lästigen Flash-Werbeinhalten konfrontiert werden.
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