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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Laut einem Posting von Googles Vizepräsidentin Marissa Mayer sollen die ab heute für 24 Stunden zu sehenden Hintergrundbilder auf die in der vergangenen Woche eingeführte Möglichkeit hinweisen, eigene Backgrounds für Google zu benutzen. Die bebilderte Version soll also Lust machen, zur Nachahmung animieren. Doch das nicht ganz ohne Hintergedanken, denn die Individualisierung der Google-Startseite ist eines der Hauptanliegen des Unternehmens.

Eingeloggte User sind wesentlich leichter in bestimmte Zielgruppen-Schemata zu zwängen und sind damit leichter zu vermarkten. Ihre Suchaufträge und das sonstige Nutzungsverhalten können im Grunde endlos gespeichert werden. Man kann Google nicht einmal den Vorwurf machen, gegen die Interessen der Anwender zu handeln, oder den Datenschutz zu verletzen, denn die eingeloggten Anwender geben Google ihre Zustimmung zur Speicherung und Verarbeitung der Daten.

Die neue Möglichkeit, eigene Hintergrundbilder zu benutzen, könnte die Zahl der permanent eingeloggten Benutzer nochmals erhöhen. Dabei muss man erwähnen, dass sich bei Google zunehmend eine Dichotomie des Datenschutz-Niveaus ausbildet: Wer Datenschutz will, bekommt ihn. Wem die Privatsphäre egal ist, bei dem bedient sich Google nach Belieben.

Seitdem im vergangenen Jahr (offiziell) das Tracking aller (auch der nicht eingeloggten) Benutzer eingeführt wurde, dürfen sich Tracking-Unwillige Googles Neugier verweigern. Diese Möglichkeit ist zwar nicht gerade intuitiv (beliebige Suche starten -> Ergebnisseite -> Webprotokoll -> Anpassungen deaktivieren), doch immerhin gibt es sie. Wer sich nicht gerne von Google über die Schulter gucken lässt, kann sich also gegen die Perma-Überwachung schützen.

Doch vielen Benutzern scheint diese Form der Kontrolle egal und sie werden nun mit immer mehr Druck dazu gebracht, das Verhältnis zu ihrer Suchmaschine noch enger zu gestalten. Wie sonst wäre es zu erklären, dass jetzt sogar die über 10 Jahre hinweg schlank gehaltene Startseite mit Bildern vollgeklotzt wird? Kann sich noch jemand erinnern, dass Google sich lange Zeit gegen einen Link auf die Datenschutzerklärung auf der Startseite wehrte, obwohl dieser Link in Kalifornien gesetzlich vorgeschrieben ist? Man erklärte damals, dass schon ein Wort mehr die seit Jahren bewahrte Datensparsamkeit zunichte machen würde. Und jetzt werden ohne Zwang Hintergrundbilder eingeblendet, um zur Individualisierung anzuregen.

Doch das zum Glück nur für kurze Zeit. Wer Googles einstiges Ideal der Sparsamkeit weiter verfolgen möchte, dem stehen alle Türen offen. Ohne Login und mit deaktivierter Anpassung ist Google wieder die sparsame, unaufdringliche und objektive Suchmaschine, die sie einmal war. Wer das nicht will, bekommt was er will und verdient.Das ist, man kann es nicht anders sagen, ein fairer Ansatz.

 

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