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Piratbyrån war im Jahr 2003 als Reaktion auf das Antipiratbyrån gegründet worden. Diese Lobbyisten-Organisation war wiederum von der Filmindustrie initiiert worden, um der Piraterie von Hollywood-Filmen entgegenzuwirken. Das Piratenbüro sollte zum Sprachrohr für einen breiten Teil der schwedischen Gesellschaft werden, der im Austausch von Musik, Filmen und anderen Daten keine Straftat sieht und sich allgemein für eine Entschärfung des Urheberrechtes einsetzt.

In diesem Zusammenhang waren dann wohl auch die Gemeinsamkeiten mit den Gründern der Piratenbucht zu sehen, die sich zumindest zunächst am Piratenbüro beteiligten. Doch damit erschöpfen sich die Zusammenhänge auch schon. Die Schließung des Piratenbüros hat keine Auswirkungen auf den Bestand der Piratenbucht. Umgekehrt mag es schon eher so sein, dass die Piratenbucht, ihre Niederlagen vor Gericht als auch die merkwürdigen Schlenker hinsichtlich des Verkaufs von ThePirateBay.org das Ende des rebellischen Piratenbüros mit beeinflusst haben.

Den aktuellen Anlass für die Schließung des Büros gab der Tod eines Mitgründers des Piratbyrån, Ibi Kopimi Botani. Doch auch ohne diesen Trauerfall - so stimmen die Kommentatoren überein - hat sich das Piratenbüro überlebt. Teilweise wird behauptet, das Büro habe seine Ziele erreicht und die Diskussion habe sich fortbewegt. Doch unterm Strich muss man sagen, dass das Piratbyrån nur bedingt eine Erfolgsgeschichte war.

Das Urheberrechtsgesetz in Schweden wurde im April 2009 verschärft und das Aushängeschild der schwedischen Piraten, ThePirateBay.org wird schon längst nicht mehr auf schwedischen Rechnern betrieben. Die Gründer behaupten, gar nicht mehr rechtlich für ThePirateBay verantwortlich zu sein, man habe die Piratenbucht schon vor Jahren an die ominöse Firma Reservella mit Sitz auf den Seychellen verkauft. Geradezu peinlich verlief dann der Versuch, ThePirateBay.org an die Firma Global Gaming Factory zu verkaufen. Das Vorhaben endete in einem Debakel, weil der Käufer weder über die notwendigen Mittel, noch über die behaupteten Kontakte zu den Rechteinhabern verfügte.

Die Piratenbucht verlor dabei an Glaubwürdigkeit und muss seither auch für das Piratenbüro zu einem Problemfall geworden sein. Was eine bedauerliche Entwicklung ist, denn das Ipred, das im Sinne der Rechteinhaber verschärfte Urheberrechtsgesetz des Landes, gibt Anlass, die Diskussion um das Urheberrecht im digitalen Zeitalter auf die große europäische Bühne zu tragen.

So soll der Europäische Gerichtshof auf Wunsch des höchsten schwedischen Gerichts vermutlich über einen sehr wichtigen Streitfall entscheiden. In diesem Rechtsstreit hatten fünf Herausgeber von Audiobüchern auf Grundlage des Ipred von einem Provider die Herausgabe von Kundeninformationen verlangt. Der Provider sollte angeben, wer den Server betreibt, auf dem nach Erkenntnissen der Herausgeber mehrere Audiobücher widerrechtlich gespeichert sind.

Doch der Provider verweigerte die Herausgabe von Informationen, weil das Gesetz nur die öffentliche Verbreitung von Kopien betrifft. Der Server aber war password-geschützt und damit nicht-öffentlich, argumentiert der Provider. Womit das große Thema angesprochen wird, vor dem sich alle Gesetzgeber drücken: Welches Recht auf Tausch sollte dem Verbraucher zustehen?

Dieser Teilbereich der fairen Nutzung wird von nahezu jedem nationalen Urheberrecht ignoriert und es findet sich keine starke Lobby, die dieses Recht einfordert. Das Piratenbüro aber war eine Art Sprachrohr der Verbraucher, das diese Rechte reklamierte. Doch jetzt existiert das Piratenbüro nicht mehr.

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