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Gates spricht damit an, dass die von Wikileaks veröffentlichten Dokumente Hinweise enthalten haben, die eine Identifizierung von Informanten etwa durch die Taliban möglich machen. Doch gegen diesen Vorwurf verwahrt sich Assange. Er meint, Gates spreche von hypothetischem Blut, aber in Afghanistan und im Irak sei der Boden mit echtem Blut bedeckt.

Tausende von Kindern und Erwachsener seien getötet worden und die USA hätten eine groß angelegte Untersuchung dieser Vorgänge starten können. Doch stattdessen habe man die Ereignisse einfach missachtet. Was die mögliche Nennung von Informanten in den Dokumenten angeht, so weist Assange darauf hin, dass es eine private Aufforderung des Weissen Hauses gegeben hat, die Namen aus den Texten zu redigieren. Doch die Verantwortlichen auf US-Seite hätten sich geweigert, Wikileaks dabei zu unterstützen.

Insgesamt stellt sich die Situation zur Zeit so dar, dass die Wikileaks_Betreiber von offizieller Seite als verantwortungslose Täter dargestellt werden, dass aber über die Inhalte der Dokumente weiterhin keine Stellung bezogen wird. Was die britische Seite angeht, wurden laut Guardian vom Verteidigungsmisterium "Versprechen zurückgezogen", sich zu Vorwürfen gegen zwei Einheiten der britischen Truppe zu äußern. Den Einheiten wird vorgeworfen, besonders viele zivile Opfer auf dem Gewissen zu haben.

Statt sich zu solchen und ähnlichen Vorwürfen zu äußern, konzentriert man sich weiterhin auf die Jagd nach den Wikileaks-Betreibern und den Personen, die für die Informations-Lecks verantwortlich sein könnten. Dabei wird eine zunehmend aggressive Linie verfolgt, wie die kurzfristige Festsetzung eines Wikileaks-Helfer in den USA zeigte.

Der Software-Entwickler Jacob Appelbaum, der unter anderem auch am Tor-Projekt beteiligt ist, wurde am Donnerstag am Flughafen Newark für Stunden festgehalten und sein Laptop sowie seine Telefone wurden konfisziert. Am Samstag wurde er nach einem Vortrag über Tor wiederum von zwei FBI-Agenten befragt. Appelbaum bestätigt, in das Wikileaks-Projekt eingebunden zu sein, aber über keine Informationen zu den veröffentlichten Dokumenten zu verfügen.

Dennoch scheint er den "Behörden mit drei Buchstaben" wichtig genug. Man kann annehmen, dass die US-Ermittler sich von ihm unter anderem Informationen über Assanges Aufenthaltsort erwarten. Wo der sich zur Zeit aufhält, ist unbekannt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass er eine Zielperson der US-Nachrichtendienste ist.

Möglicherweise ist diese Situation auch der Hintergrund für die Veröffentlichung einer mysteriösen Datei Ende letzter Woche unter wikileaks.org. Die 1,4 Gigabyte große Datei ist verschlüsselt und trägt den Namen "insurance" ("Versicherung"). Vielleicht ist diese Datei aber auch eine Art Schutz für Bradle Manning. Der US-Soldat, der gerade erst von Kuwait in die USA überführt wurde, gilt als mögliche Quelle der Afghanistan-Dokumente.

Wikileaks bestätigt das zwar nicht, sammelt aber weiterhin Gelder, um für seine Verteidigung aufzukommen. Wobei sich inzwischen sogar schon erste Beschwerden einstellen, Wikileaks sammele zu viel Geld.

Cryptome.org, vor Wikileaks die erste Anlaufstelle im Web, wenn es um die Veröffentlichung "verbotener" Informationen ging, forderte schon Mitte Juli Einsichtnahme in die Wikileaks-Finanzen. Allerdings ist Cryptome-Gründer John Young dafür bekannt, Offenheit über alles zu stellen.

Young war auch in die Entstehungsgeschichte von Wikileaks involviert, denn er war es, der im Januar 2007 Mails aus einer geheimen Mailing-Liste veröffentlichte, in der es um die Wikileaks-Gründung ging. Wenn er nun Einblick in die Spendenstatistiken wünscht, ist das nicht zwingend als Zeichen des Misstrauens zu werten.

 

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