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Eine Aufforderung, die nicht einer gewissen Komik entbehrt, denn es dürfte allen Beteiligten klar sein, dass digitale Kopien nicht zurückgegeben werden können. Gemeint ist selbstverständlich, dass Wikileaks alle Kopien löscht, aber zugleich dem Ministerium Kopien alle Dokumente überlässt. Wozu Wikileaks mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht zustimmen wird, denn das würde den oder die Informanten der Whistleblower-Site gefährden.

Doch es geht dem Ministerium offenbar noch nicht einmal um das. Die Frage eines Journalisten, ob die Forderung nach Zurückgabe auch für die New York Times gilt, wird von Morrell zurückgewiesen. Seines Wissens hat die NY Times (neben Guardian und Spiegel) nur Einblick in die Dokumente erhalten, doch die Zeitung selbst verfügt über keine Kopien. Was jedoch wenig glaubwürdig erscheint.

Auch bezüglich der 15.000 bisher noch nicht veröffentlichten Dokumente fordert der Sprecher, das Richtige zu tun. Die Behauptung Wikileaks, man habe das Ministerium darum gebeten, beim Redigieren der Dokumente behilflich zu sein, weist er als falsch zurück. Wikileaks habe sich "nicht direkt" mit dieser Bitte an das Ministerium gewandt.

Bleibt unterm Strich die Frage, wozu die Pressekonferenz überhaupt diente, denn sie enthält im Grunde kaum neue Informationen. Sie wiederholt nur Drohungen beziehungsweise Forderungen, die bereits bekannt sind. Doch vielleicht will das Ministerium, dass diese Drohungen noch einmal gehört werden. Schließlich gehört der Aufbau von Drohkulissen zum Handwerk der Militärs.


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