Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
11. August 2010
OKCupid hat mit Hilfe eigener Daten sowie dem Zugang zu einem sehr großen Publikum einige kleine Ergebungen durchgeführt. So hat man 552.000 Bilder von OKCupid-Nutzern paarweise zusammengestellt und Besucher des jeweils anderen Geschlechts entscheiden lassen, wie attraktiv die gezeigten Personen sind. Über 11 Millionen Stimmabgaben wurden so gesammelt und mit anderen Informationen in Verbindung gesetzt. Etwa mit den Meta-Daten (Exif) der Fotos, die unter anderem auch Angaben zu der genutzten Kamera enthalten.
Ein erstes Ergebnis, das OKCupid dazu vorstellt, kann als vorhersehbar bezeichnet werden: Für besonders ansprechende Fotos wurden hochwertige Kameras wie digitale Spiegelreflexkameras benutzt, während negativ bewertete Bilder eher mit der Kamera des Mobilfunkgeräts erstellt wurden. Klar die besten Bilder stammen von Panasonic-Geräten (Lumix) sowie von Leica-Kompaktkameras. Die schlechtesten Bilder stammen von Windows- und von Motorola-Telefonen. Das hat wohl auch damit zu tun, dass Besitzer und Benutzer hochwertiger Kameras mehr Fingerspitzengefühl für die Fotografie entwickeln.
Ein weiteres, für einen Fotografen eher banales Ergebnis ist es, dass der (Frontal-) Blitz zu eher weniger attraktiven Bildern führt. OKCupid drückt es plakativ so aus: "Der Blitz addiert 7 (Lebens-) Jahre". Ebenso überrascht es nicht, dass Bilder mit etwas niedrigerer Schärfentiefe, bei denen die gezeigte Person im Vergleich zum Umfeld selektiv scharf dargestellt wird, besser bewertet werden.
Überraschend ist dann aber doch, wenn die benutzte Kamera mit den Selbstangaben zur sexuellen Aktivität in Verbindung gesetzt wird. Dazu fragt OKCupid bei seinen Benutzern die Zahl der sexuellen Partner ab. Wobei wahrscheinlich keiner der Partnersuchenden damit rechnete, dass diese Angabe einmal mit den Exif-Daten der benutzten Kamera verglichen wird.
Doch genau das hat OKCupid getan und dabei das erstaunliche Ergebnis erhalten, dass iPhone-Nutzer, Männer wie Frauen, regelmäßig über alle Altersgruppen hinweg eine höhere Zahl sexueller Kontakte angeben, als die Nutzer von Blackberry- und Android-Geräten. In der Altersgruppe der 30jährigen geben weibliche iPhone-Nutzer durchschnittlich 12,1 Kontakte an, Android-Benutzerinnen dagegen nur 6,1 Kontakte. Bei den Männern sind es entsprechend 10,0 (iPhone) und 6,0 Kontakte (Android). Blackberrys bewegen sich irgendwo in der Mitte.
Bewahrheitet sich damit das gängige Stereotyp, dass Android-Nutzer eher in sich gewandte, selten duschende Geeks, ohne allzu große sexuelle Erfahrung sind? Vermutlich eher nicht, denn diese kargen Zahlen lassen keine Schlüsse dieser Art zu.
Zwar hat OKCupid mit 9.785 Personen eine vergleichsweise hohe Zahl von Smartphone-Nutzern berücksichtigt. Doch es wird schon nicht mehr angegeben, wie viele auf die einzelnen Geräte entfallen. Das mag zunächst nebensächlich erscheinen. Doch um es so auszudrücken: Was nutzt es einem nach Selbsteinschätzung sexuell sehr regen iPhone-Nutzer, wenn er über eine Partnerseite nach Partnern suchen muss?
Überhaupt ist das so eine Sache mit der Selbsteinschätzung. In einem derart sensitiven Bereich wie der Zahl der sexuellen Kontakte wird man je nach Tageszeit und Befragungssituation äußerst unterschiedliche Ergebnisse erhalten. Und es scheint ganz und gar nicht ausgeschlossen, dass diese Angabe auch mit weiteren Persönlichkeitseigenschaften korreliert, beziehungsweise konfundiert. So, wie es wahrscheinlich auch bei der Wahl des Smartphones andere beeinflussende Faktoren wie etwa Persönlichkeitsmerkmale gibt.
Was die mit diesen Smartphones erstellten Bilder angeht, sind die Unterschiede bei der Attraktivität jedenfalls weniger deutlich ausgeprägt. Im oben schon erwähnten Vergleich der Kameratypen landen alle drei Smartphones eher im Mittelfeld. Das iPhone macht etwas besser bewertete Bilder als der Durchschnitt. Die Android- und erst recht die Blackberry-Geräte liefern einen etwas schlechteren Eindruck. Daraus auf die Attraktivität oder gar die sexuelle Aktivität der gezeigten Personen zu schließen, fällt schwer.
Doch das Beispiel dieser Untersuchung zeigt immerhin sehr deutlich, wozu die im Internet-Zeitalter gesammelten Daten genutzt werden können. Man möchte nur zu gerne wissen, welche "Berechnungen" bei anderen Site-Betreibern ohne Wissen der Benutzer angestellt werden.
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