Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
18. August 2010
Zur Begründung der Voraussage wird eine von Cisco erstellte kumulative Statistik des Datenverkehrs der Jahre 1990 bis 2010 vorangestellt. Da es sich dabei um eine Kumulation der Anteilswerte einzelner Dienste handelt und nicht um die absolute Menge, wird der enorme Anstieg der transportierten Daten in diesen 20 Jahren nicht erkennbar. Erkennbar wird aber - und das ist auch die Basis der Prognose - dass der Anteil der Web-Daten (vermutlich HTTP) seit etwa 2000 anteilsmäßig sinkt und der Anteil der Video-Daten etwa seit 2005 extrem stark steigt.
Diese Entwicklung bringt der Wired-Bericht aber überraschenderweise mit dem Anstieg etwa der iPad Apps in Verbindung und erklärt die Web-Nutzung zum Auslaufmodell. Dabei gibt es für diese Erklärung eigentlich keine Begründung. Die Cisco-Daten machen vielmehr erkennbar, dass sich in den letzten Jahren die zur Verfügung stehende Bandbreite stark erhöht hat.
Was beispielsweise auch den (legalen) Download von Kinofilmen ermöglicht hat. Der DVD-Verleih Netflix kann in den USA inzwischen für 8,99 Dollar monatlich einen unbegrenzten Video-Stream für Kinofilme und TV-Serien anbieten. Das wäre vor 10 Jahren undenkbar gewesen. Die Angabe, dass nicht mehr klar zuzuordnende Dienste wie die diversen Apps oder auch der in Nordamerika populäre Musikanbieter Pandora an Zahl und Nutzungsumfang zunehmen, ist sicherlich richtig. Möglicherweise geht das auch mit einem Rückgang der Nutzungsdauer des Webs einher.
Doch das
lässt sich aus den Cisco-Daten nicht ableiten und es gibt auch sonst
keine Anzeichen für eine solche Entwicklung. Erst recht nicht für ein
Ende des WWW. Doch Wired hat auch in der Vergangenheit schon mit
falschen Prognosen geglänzt. Interessanterweise verweist der Beitrag des
Magazins selbst auf die bisher spektakulärste Fehleinschätzung. Im Jahr
1997 riet Wired seinen Lesern, dem Browser "einen Abschiedskuss zu
geben", weil neue Push-Technologien die Web-Nutzung ablösen werden.
Genannt werden in dem Artikel BackWeb, Constellation, PointCast und
Active Desktop als Beispiele für diese Push-Technologien. Soviel zur
Zuverlässigkeit von Prognosen.
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