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Tatsächlich stützen sich alle Berichte auf einen Artikel der Zeitung El Pais, in dem es im ersten Absatz heißt, dass ein Computer am Hauptsitz von Spanair auf Mallorca von Malware infiziert war. Es handelt sich dabei um einen Computer, in dem alle Reparaturen der Maschinen erfasst werden und der ein Sicherheitssystem enthält, das Alarm schlägt, wenn ein Problem an einer Maschine sich dreimal wiederholt.

Diesen Trojaner, über den El Pais berichtet, hat es womöglich wirklich gegeben, auch wenn die bisher von der spanischen Flugaufsicht veröffentlichten Berichte ihn nicht erwähnen. Doch dieser Malware-Befall ist nicht ursächlich für den Absturz verantwortlich. Ursächlich verantwortlich für den Absturz in Madrid war es, dass die Piloten es versäumt hatten, die "Flaps and Slats" auszufahren, also die Klappen zur Verbreiterung der Tragflächen, mit denen der Auftrieb auch bei niedrigen Geschwindigkeiten gewährleistet wird.

Dabei ist die Kontrolle dieser Einstellung Teil zweier Check-Listen (Vornahme der Einstellung, Überprüfung) vor dem Abflug. Hinzu kommt, dass das Take Off-Warnsystem (TOWS) des Flugzeugs dieses Problem nicht erkannte und keinen Alarm auslöste. Kurz vor dem geplanten Abflug am 20. August 2008 stellte das Flugpersonal eine ungewöhnliche Erhitzung an einem Wärmefühler fest und der Start der Maschine wurde für eine Überprüfung unterbrochen.

Diese Unterbrechung und die nachfolgende Zeitnot sind möglicherweise dafür verantwortlich, dass der Pilot laut Voicerecorder die richtige Stellung (11 Grad) der Klappen bestätigte, obwohl die Klappen gar nicht ausgefahren waren. Die vom Sensor gemessene Überhitzung wiederum könnte durch ein defektes Relais verursacht worden sein, das wiederum für den Ausfall des TOWS zuständig sein könnte.

Am Tag zuvor war bei der Maschine bereits zweimal ein erhöhter Wert des Sensors registriert worden. Der Eintrag der Techniker über diese Beobachtung und den Check am 20. August hätte also das Warnsystem auf Mallorca auslösen müssen. Dass dies nicht geschah, war jedoch nicht die Folge eines Trojaner-Befalls, sondern der Umstand, dass die Dateneingabe bei diesem System regelmäßig erst nach 24 Stunden erfolgt. Selbst wenn es keinen Trojaner gegeben hätte, wäre der Alarm also erst einen Tag zu spät erfolgt.

Das übrigens schreibt El Pais auch, doch der Hinweis genügt nicht, um die Trojaner-Hysterie zu dämpfen. Womit keineswegs entschuldigt werden soll, dass auf einem sicherheitskritischen Computer Malware gefunden wurde. Das sowie der Umstand des späten Daten-Imports als auch der unvollständige Check vor dem Start sind vielleicht Indikatoren für ein systemisches Problem des Flugbetriebs der spanischen Gesellschaft. Doch eine Schlagzeile wie "Schad-Software möglicherweise Mitverursacher bei Flugzeug-Absturz" bringt die Sache schneller auf den Punkt.

 

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