Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
26. August 2010
Wie sonst soll man es interpretieren, dass die Zahl der Suchen innerhalb eines Jahres um 16% von 10,5 Milliarden (Juli 2009) auf 8,9 Milliarden (Juli 2010) gefallen ist? Betrachtet man die einzelnen Suchmaschinen, dann wird die Bedeutung dieser Entwicklung noch deutlicher. Denn in den USA bedient Google zwar auch die Mehrheit (64%) aller Suchen. Doch Yahoo und Bing sind dort noch durchaus ernstzunehmende Größen. Google aber hat im Juli 2010 17% weniger Suchaufträge bearbeitet als im Juli 2009. Bei Yahoo sind es sogar 30% weniger. Bing dagegen kann mit 1,2 Milliarden Suchen ein Plus von 28% vorweisen.
Die Frage ist jetzt nur, wie kommt es zu dieser Rückwärtsentwicklung bei den Suchmaschinen? Haben die Menschen plötzlich keine (Wissens-) Fragen mehr? Die Antwort darauf ist keineswegs einfach, denn die Ergebnisse aus den USA können nicht auf andere Länder übertragen werden.
Um dies anhand des Jahresvergleichs eines anderen Marktforschers zu veranschaulichen: Comscore ging im Dezember 2009 von einer Gesamtzahl von 131 Milliarden Suchen weltweit aus, wobei 22,7 Milliarden auf die USA entfielen. Im Jahresvergleich mit dem Dezember 2008 bedeutet das auf globaler Ebene eine Zunahme der Suchen um 46%. Doch in den USA betrug die Zunahme nur 22%, während sich beispielsweise die Zahl der Suchen in Russland fast verdoppelte (+92%).
Die USA sind aber in gewisser Hinsicht Trendsetter und hinsichtlich der mobilen Nutzung sowie der Nutzung von sozialen Netzwerken besonders weit entwickelt. Es könnte also sein, dass viele US-Bürger inzwischen nicht mehr ihren Desktop-Rechner für Fragen bemühen, sondern ihre mobilen Geräte - was in den Ergebnissen des Nielsen Panels nicht berücksichtigt würde.
Denkbar ist auch, dass für viele Fragen Google und Co gar nicht mehr die richtigen "Experten" sind. Auch dazu eine Zahl aus anderer Quelle: Im April beantwortete Twitter nach Angaben seiner Betreiber 19 Milliarden Suchen weltweit. Auch hier wäre zu berücksichtigen, dass nur ein Teil der Suchen aus den USA kommen. Doch dort ist Twitter besonders populär. Laut Alexa kommen 30% der Twitter-Besuche aus den USA. Damit ist es nicht unwahrscheinlich, dass vielleicht 5-10 Milliarden Twitter-Suchen pro Monat von US-Anwendern ausgelöst werden.
Unterm Strich deutet der Rückgang der Suchen damit vermutlich auf eine Verschiebung der Interessen sowie auf eine Veränderung der Nutzungsgewohnheiten bei den Internet-Nutzern hin.
Man könnte aus den Daten aber auch ableiten, dass für die erfolgreichsten Werbeträger des WWW die Tage des Wachstums gezählt sind. Das macht vielleicht Einiges verständlicher. Etwa warum Google und Apple sich so sehr im mobilen Umfeld engagieren, oder warum Yahoo eher den Rückzug aus dem Suchmaschinengeschäft sucht.
Es erklärt aber nicht, warum sich Microsoft im Vergleich zu diesen
Beispielen geradezu antizyklisch verhält. Denn Microsoft enttäuscht im mobilen Umfeld, stellt sich hinsichtlich der sozialen Netzwerke tot und investiert dafür Unsummen für den Einstieg in die schrumpfende Welt der Suchmaschinen. Doch die Einnahmen aus den OS-Lizenzen sowie der Business-Software scheinen solche Entscheidungen finanzierbar zu machen.
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