Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
12. November 2010
Über die Zahl der Entlassungen, oder über die hauptsächlich betroffene Abteilung zu spekulieren, ist dabei müßig. Selbstverständlich wäre die Entlassung von vielleicht 2.500 Mitarbeitern (knapp 20%) wie von techCrunch berichtet gravierender als die Entlassung von 650 Personen aus der "Product Organization", wie von AllThingsDigital dargestellt.
Die geplanten Entlassungen stehen aber in scharfem Kontrast zu den Berichten über beträchtliche Gehaltserhöhungen bei Google, mit denen man dort die umworbenen Mitarbeiter fester an sich binden will. Beim B2B-Marktplatz Alibaba, bei dem die Geschäfte brummen und von dem Yahoo 40% besitzt, werden inzwischen 18.000 Mitarbeiter gezählt - mehr als die 14.000 Yahoo-Mitarbeiter also.
Die Entlassungen bei Yahoo folgen außerdem einer Reihe von Berichten über hochrangige Yahoo-Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen haben. Für Investoren sind Entlassungen zunächst einmal eine willkommene Botschaft, da sie ein Erreichen der finanziellen Ziele des Unternehmens verheißen. Doch welche Unruhe die Botschaft von den Entlassungen in der Belegschaft erzeugt, kann man sich lebhaft vorstellen. Allgemein drängt sich der Eindruck auf, dass Yahoo die eigenen Mitarbeiter nicht in der Form schätzt, wie es ein von seinen Entwicklern lebendes IT-Unternehmen eigentlich tun sollte.
Yahoo-Chefin Carol Bartz, jetzt seit 2 Jahren im Amt, hat den von ihr erwarteten Turnaround bislang noch nicht vorweisen können. Sie hat das Unternehmen gestrafft, die Yahoo-Suche als zuvor wichtiges Standbein an Microsoft abgetreten und alleine im letzten Jahr 39 Millionen Dollar als Jahresgehalt kassiert. Wobei techCrunch nicht zu Unrecht meint, dass ein Verzicht auf 30 Millionen helfen könnte, 300 Mitarbeiter für ein Jahr weiter zu beschäftigen.
Doch einen Großteil ihres Gehalts erhält sie in Form von Yahoo-Aktien. Und deren Wert bleibt am ehesten gesichert, wenn Bartz weiter strafft, umstrukturiert und beim eventuellen Verkauf weiterer Unternehmensteile gute Preise erzielt. Beziehungsweise beim Verkauf des ganzen Unternehmens, was ihr Vorgänger, der Unternehmensgründer Jerry Yang nicht zulassen wollte.
Obwohl Microsoft im Jahr 2008 einen Preis bot, der weit über dem Marktwert lag. Mit Bartz hat Microsoft das eigentlich gewünschte Ziel erreicht, ohne sich finanziell verausgaben zu müssen. Manch ein Yahooligan wird sich inzwischen wünschen, Steve Ballmer hätte sich mit Yang einigen können.
Links
| < Neuere | Ältere > |
|---|




