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30. November 2010
In einem weiteren Tweet lässt er durchblicken, dass er die zuvor erwähnte Domain in einem von der ICANN eingeführten Schlichtungsverfahren verloren hat. Was im Klartext bedeutet, dass er es unterlassen hat, sich gegen die "Forderung der IFPI" gerichtlich zur Wehr zu setzen. Denn diese Möglichkeit steht jedem Domain-Inhaber offen, dem eine Domain im Schlichtungsverfahren abgesprochen wurde.
Das eigentlich Erstaunliche an diesem Aufruf ist aber, dass einige Magazine wie Geek.com diese Forderung ernst zu nehmen scheinen. Jeder andere, der in den letzten 10 bis 15 Jahren die Internet-Politik verfolgt hat, wird für die Forderung nur ein Achselzucken übrig haben. Womit nicht bestritten werden soll, dass es alternative Root Systeme geben könnte. Es gab und gibt eine Reihe solcher Systeme (vgl. Wikipedia) und einige davon sind tatsächlich entstanden, weil Anwender und auch einige Provider mit der unter US-Kontrolle stehenden ICANN unzufrieden waren.
Doch keines dieser Systeme konnte sich durchsetzen. Die Gründe dafür sind sicher vielfältig und unterschiedlich. Doch eine bedeutende Rolle dürfte gespielt haben, dass die großen Provider diese alternativen Systeme nicht unterstützten. Was eben dazu führt, dass selbst bei einer Übernahme der bestehenden Domains die im alternativen Root System entstandenen Domains für die große Mehrheit der Anwender unerreichbar bleiben.
Die mangelnde Unterstützung durch die Provider ist wiederum auch nachvollziehbar. Warum sollten sie ihr Geschäft gefährden, indem sie sich auf das sehr ehrgeizige, fast schon waghalsige Projekt eines alternativen Namens-Systems einlassen? Wo doch die Grundlage eines funktionierenden Internet die Nutzung eines einheitlichen DNS ist, dessen Root Server sich in vertrauenswürdigen Händen befindet.
Ob das aktuell der Fall ist, wo die USA ihre Vormachtstellung über das Internet ausnutzen wollen, um die Piraterie weltweit zu bekämpfen, sei dahingestellt. Doch der Leidensdruck müsste bei einem Provider schon sehr groß sein, um Sundes Aufruf zum Anlass für eine Abkehr vom bestehenden System zu nehmen. Das erst recht, wo das System bisher nur aus ein paar Tweets und einem neu gestarteten Blog (P2PDNS) besteht.
Doch wahrscheinlich ist Sundes DNS-Revolte ohnehin nur als eine "Dampf ablassen" zu verstehen. Er und seine Kollegen von ThePirateBay wurden gerade erst von einem Berufungsgericht für schuldig befunden und zu Haftstrafen verurteilt. Gegen diese Entscheidung wollen die Angeklagten nochmals Berufung einlegen. Und Sundes Ehrgeiz geht sogar soweit, auch gleich das Internet einer Generalüberholung zu unterziehen.
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