Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
07. Dezember 2010
Assange selbst soll angegeben haben, dass er von einer Sicherheitsleistung in Höhe von 100.000 bis 200.000 Pfund ausgeht, und dass bis zu sechs Personen für ihn bürgen müssen, um eine Freilassung auf Kaution zu erreichen. Sobald er sich bei der Polizei gemeldet hat, muss er innerhalb 24 Stunden einem Haftrichter vorgeführt werden, mit dem er eine Freilassung gegen Sicherheitsleistungen vereinbaren kann. Eine gerichtliche Anhörung wegen des Auslieferungsantrags muss dann innerhalb der nächsten 28 Tage erfolgen.
Ziel der Verteidigung wird es sein, den mit dem Haftbefehl einhergehenden Auslieferungsantrag anzufechten. Assange fürchtet, in Schweden keine faire Behandlung erwarten zu können. Er geht davon aus, dass die Staatsanwaltschaft ihn in Einzelhaft nehmen und eine Kontaktsperre über ihn verhängen möchte. In den letzten Tagen soll der Australier geäußert haben, er sei zunehmend davon überzeugt, dass die USA hinter der Forderung nach Auslieferung der schwedischen Staatsanwaltschaft stehe.
In der Zwischenzeit hat die schweizerische Postfinance die Geschäftsbeziehungen zu Assange beendet. Die Entscheidung hatte sich zuvor schon angekündigt. Laut Pressemitteilung stützt sich die Bank bei ihrer Entscheidung auf eine ganz neue Bestimmung des Postgesetzes vom 30. November 2010, die vom Nationalrat noch nicht bestätigt wurde und die es der Postfinance möglich macht, "Geschäftsbeziehungen aufzuheben, die dem öffentlichen und dem sittlichen Empfinden zuwiderlaufen". Das deutet darauf hin, dass es bei der Entscheidung der Bank noch allerhand Handlungsspielraum gab.
Dies hat dann wohl auch den Zorn von Anonymous erregt, denn nach der Entscheidung der Bank wurde bei Twitter im Rahmen des Projekts "Payback" ein verteilter Denial-of-Service Angriff auf die Website von Postfinance vereinbart.
Was mit den Geldern geschieht, die auf dem Konto lagen, ist zur Zeit noch nicht bekannt. Das Guthaben bei Postfinance soll 37.000 Dollar entsprochen haben. Auf dem ebenfalls bereits gesperrten Paypal-Konto sollen es 61.000 Dollar gewesen sein. Das Kreditkartenunternehmen MasterCard hat gestern angekündigt, ebenfalls keine Zahlungen an Wikileaks mehr zuzulassen. Das US-Unternehmen gibt wie zuvor Paypal an, dies geschehe wegen der "illegalen Aktivitäten", in die Wikileaks verwickelt sei.
Wobei es bemerkenswert scheint, dass US-Justizminister Eric Holder erst vor Stunden bekanntgegeben hat, dass er in der vergangenen Woche "bedeutsame" aber nicht näher bezeichnete Maßnahmen gegen den Wikileaks-Sprecher angeordnet hat. Holder hat bisher gegenüber der Presse nicht angegeben, gegen welche Gesetze Wikileaks beziehungsweise Assange verstoßen hat. Doch er persönlich habe eine Reihe von Sachen verfügt, was als Anzeichen zu sehen sei, wie ernst man die Angelegenheit nimmt.
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