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16. Dezember 2010
Zusammen mit der inzwischen auch in einem Blog Posting von Twitter bestätigten Botschaft über die neue Investition wird zusätzlich mitgeteilt, dass der Vorstand des Unternehmens um zwei weitere Direktoren ergänzt wird. Und beide sind auf ihre Art und Weise eine interessante Ergänzung. Es wird zwar wenig überraschen, dass einer der beiden neuen Direktoren ein echter Werbe-Profi ist und damit genau das, was Twitter für seine wirtschaftliche Zukunft dringend braucht.
Doch man wundert sich schon, wie prominent dieser Werbe-Profi ist. Es handelt sich um David Rosenblatt, früher einer der Top Manager bei DoubleClick, der im vergangenen Jahr - ein Jahr nach der Milliarden-Übernahme seines Unternehmens durch Google- bei seinem neuen Arbeitgeber den Handschuh geworfen hat. Eine Entscheidung, die damals mit Verwunderung aufgenommen worden war, denn Rosenblatts Aufgabe war es, der Suchmaschine den Einstieg in die Display-Werbung zu ebnen - was eine ebenso lukrative wie spannende Aufgabe zu werden versprach. Aber Rosenblatt ging ohne weiteren Kommentar. Von Google wurde nicht einmal eine Pressemitteilung verschickt und Rosenblatt selbst gab in seiner Erklärung keine Begründung für seinen Fortgang. Nach einer Pause wollte er sich neue Gedanken über sein Leben und seine Zukunft machen. Jetzt ist er bei Twitter und man kann davon ausgehen, dass diese Personalie bei Twitter sichtbare Folgen zeigen wird.
Etwas schillernder als der Marketing-Mann erscheint der zweite neue Direktor Mike McCue. Er ist seit 20 Jahren im IT-Geschäft, hat sein erstes großes Unternehmen an Netscape verkauft, war angeblich eine der wichtigsten Personen bei der RSS-Entwicklung, hat dann mit Tellme ein Unternehmen für Telefon-Content und -Anwendungen gestartet, das er an Microsoft verkaufte und wo er auch weiterhin als General Manager von TellMe gelistet wird.
Es ist aber etwas anderes, was McCue für Twitter besonders interessant macht: Vor einigen Monaten hat McCue ein neues Vorhaben vorgestellt, an dem er schon seit Monaten arbeitet und das die Technikwelt tatsächlich begeistern kann, das social Media-Magazin "FlipBoard".
Hierbei handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Anwendung, die das soziale Leben eines Online-Anwenders überwacht, den dort angegebenen Links folgt, die gefundenen Inhalte lädt, statistische sowie semantische Auswertungen vornimmt und dann das gesamte "soziale Leben" selbsttätig mit Hilfe der "pre-fetched" Informationen in einer Art Illustrierten zusammenfasst. Sieht man mal davon ab, dass die Urheber etwa der Bilder dazu ein Wörtchen zu sagen haben, ist das eine geniale Idee.
Facebook und Twitter sowie die bei diesen netzwerken angegebenen Links stehen bei Flipboard im Vordergrund. Das sowie der Umstand, dass Kleiner Perkins auch zu den Geldgebern von Flipboard zählt, macht die Personalie besonders interessant. Denn der RSS-, Telefon- und Publikationsexperte könnte Twitter um neue Ideen ergänzen, die dem Dienst bisher noch gefehlt haben. Wobei es noch die Frage ist, für welches der beiden Unternehmen sein neuer Direktorenstuhl bedeutsamer ist.
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