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26. Januar 2011
Für Al Jazeera könnte sich die Einrichtung der Transparency Unit bereits gelohnt haben. Am Sonntag hat das Medienunternehmen mit Sitz in Qatar mehr als 1.600 vertrauliche Dokumente veröffentlicht, mit denen sich 10 Jahre der Verhandlungen zwischen Israel und Palästina rekonstuieren lassen. Al Jazeera macht keine Angaben, woher die Daten stammen. Doch man bezeichnet die Dokumente im Wikileaks-Stil als "Palestine Papers" und es ist aufgrund der zeitlichen Nähe zu der Anfang Januar gestarteten Transparency Unit nicht unwahrscheinlich, dass die Papiere über diese Pforte ihren Weg zu Al Jazeera gefunden haben.
Die Einrichtung einer solchen Hintertür ist dabei aus technischer Sicht kein Hexenwerk. Informanten werden aufgefordert, ihre Dokumente möglichst verschlüsselt und unter Nutzung einer Tor-Verbindung (Wikipedia) über eine verschlüsselte Upload-Seite einzureichen. Man fragt sich im Grunde, wieso solche Einrichtungen nicht schon länger von den Medien genutzt werden. Doch offenbar hat Wikileaks den Medien schmerzhaft bewusst gemacht, dass der von ihnen gebotene Informantenschutz keinen Pfifferling mehr wert ist. Sei es, weil Gesetze den Informantenschutz immer weiter aushöhlen, oder weil die Kontaktaufnahme auf technischem Wege mit immer mehr Kontrolle verbunden ist.
Informations-Abladestellen wie die Transparency Unit versprechen Anonymität auch unter diesen Bedingungen. Doch es kommt noch etwas anderes dazu: Wikileaks hat diesen Bedarf der Informanten und die Tendenz der Medien, sich aus Bequemlichkeit oder Trägheit auf offizielle Informationen als Quelle zu beschränken, schon früher erkannt. Wikileaks ist zwar auch auf die Medien angewiesen, die erhaltenen Informationen "unters Volk" zu bringen. Doch gerade unter Julian Assange hat das Enthüller-Portal auch gezeigt, dass es Druck auf die Medien ausüben kann.
Die unliebsam gewordene New York Times hat von Wikileaks (direkt) keine Informationen mehr erhalten. Dem Guardian, der nicht nach Assanges Regeln spielte, wurde mit Klage gedroht. Da ist es kein Wunder, wenn die Medien sich nach Möglichkeiten umsehen, diesen zwischengeschalteten Gatekeeper zu umgehen, indem sie selbst die entsprechenden Einrichtungen schaffen. Was unterm Strich gesehen eine notwendige Korrektur in der Medienlandschaft darzustellen scheint.
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