Maßgefertigte Ledergürtel, auch XXXXL
Wir fertigen Gürtel nach Maß und zu vernünftigen Preisen, in verschiedenen Farben, Qualitäten und Längen, mit fest vernieteter Schnalle oder als Wechselgürtel mit Druckknöpfen.
21. Februar 2011
Es geht in dem Bericht um einen Auftragnehmer verschiedener US-Behörden und -Dienste, der alleine schon über 20 Millionen Dollar für eine Software-Entwicklung vom CIA erhalten hat. Diese Software sollte seinen Angaben zufolge in der Lage sein, Botschaften der Terroristengruppe Al Qaida zu identifizieren, wenn diese Botschaften als Teil der Ausstrahlungen des Nachrichtensenders Al Jazeera verbreitet werden.
Der frühere Biotechniker mit einem Hang zum Glücksspiel konnte bis zuletzt im Jahr 2009 Kunden im Staatsapparat von seinen Entwicklungen überzeugen. Heute steht der Mann vor Gericht. Allerdings nicht wegen Betrugs, sondern weil er Casinos mit falschen Schecks im Höhe von 1,8 Millionen Dollar betrügen wollte. Schon im Jahr 2003, ein Jahr, nachdem er seine Al Jazeera-Software dem CIA verkauft hatte, wurde Vertretern des Auslandsnachrichtendienstes klar, dass seine Software ein "Hoax" ist. Doch diese Information wurde nicht an andere Regierungsstellen weitergeleitet, so dass der Mann und seine Firmen weitere Verträge abschließen konnten.
Obwohl es im gleichen Jahr zu einem ernsten Problem mit der Software und ihrem Entwickler kam. Der nämlich hatte im Dezember 2003 seine Auftraggeber alarmiert. In den Laufbändern von Al Jazeera-Sendungen wollte er Hinweise auf einzelne Flüge aus Frankreich, Großbritannien und Mexiko gefunden haben. Die Flugzeuge könnten seiner Meinung nach entführt worden sein - und womöglich gefährliche Fracht an Bord tragen. Das CIA informierte den damaligen Präsidenten George W. Bush und der ordnete an, die Flugzeuge umkehren zu lassen, oder sie zur Landung zu bringen, ehe sie US-Territorium erreichen.
Die französische Regierung protestierte gegen dieses Vorgehen und legte nachträglich einen Bericht vor, der belegte, dass die Geheimdienst-Informationen reine Hirngespinste waren. Doch obwohl jetzt schon einigen Regierungsvertretern dämmerte, dass sie betrogen worden waren, konnte der Software-Entwickler weiter seine Fäden spinnen. Das geschah - nur zur Erinnerung - in einer Zeit, während der in etlichen US-Kantinen "Freedom Fries" statt "French Fries" (Pommes Frites) als Beilage gereicht wurden.
Beim CIA als Auftragsnehmer war nach diesem Zwischenfall klar, dass die Al Jazeera-Enttarnung doch nicht wie zuvor geglaubt "das wichtigste, empfindlichste" nachrichtendienstliche Werkzeug im Waffenschrank war. Doch Folgen hatte das keine. Die Technologie ist bis heute Verschlusssache und der Ursache des Flugzeug-Vorfalls wurde nicht nachgegangen. Die verantwortlichen Mitarbeiter des Geheimdienstes wurden nicht gerügt, sondern befördert. Eine Untersuchung im Unternehmen des Betrügers führte zwar zur Bestätigung durch einige Mitarbeiter, dass die von ihm vorgelegten Beweise manipuliert waren. Doch die Untersuchung wurde eingestellt, nachdem ein Richter eine in diesem Rahmen durchgeführte Hausdurchsuchung für rechtswidrig erklärt hatte. Zu der Untersuchung war es im Rahmen einer Klage gekommen, die der frühere Kompagnon des Entwicklers angestrengt hatte.
So konnte der wortgewandte Betrüger auch in den folgenden Jahren noch Regierungsaufträge erhalten. Es gelang ihm zwar nicht, eine Mitarbeiterin des Vizepräsidenten Dick Cheney zu überzeugen. Doch immerhin erhielt er im Jahr 2008 noch einen Auftrag von der Luftwaffe über 3 Millionen Dollar. Ein Jahr später, einen Tag nach dem Amtsantritt von Präsident Obama (20.01.09), schrieb einer seiner Auftraggeber, dass man dem Entwickler zu Dank verpflichtet sei. Mit Hilfe seiner Technologie sei es möglich gewesen, eine Aktion somalischer Terroristen zu verhindern, die aus Kanada kommend das Großereignis behindern wollten.
Schon nach Tagen war aber klar, dass auch dieser Terrorangriff eine reine Erfindung war. Im Mai 2009 wurde dem Unternehmen des Betrügers mitgeteilt, dass seine Dienste nicht mehr benötigt werden. Im Januar 2010 wurde der erfundene Terrorangriff der Somalier zum Gegenstand der internationalen Berichterstattung. Wäre die Fehlentscheidung des Jahres 2002 nach dem Flugzeug-Vorfall des Jahres 2003 in einem ordentlichen (internen) Verfahren geklärt worden, hätten sich die US-Bürger etliche Fehlausgaben und vermutlich auch einige Terrorängste ersparen können. Doch "klären" heißt in einem Staatsapparat eben auch Verantwortung übernehmen. Und wer will das schon?
Links:
| < Neuere | Ältere > |
|---|




