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22. Februar 2011
Es geht dabei um das Lösungsmittel n-Hexan, das laut Wikipedia als gesundheitsschädlich angesehen werden muss. Neben dem Suchtpotential werden auch Nervenschäden als mögliche Folgeerscheinung des Mittels genannt. Darüber berichten auch die chinesischen Arbeiter, die befürchten, dauerhafte Schäden davongetragen zu haben. Dabei ist n-Hexan eine gebräuchliche Chemikalie, die für alle möglichen Zwecke eingesetzt wird, und die man bei Alibaba.com fassweise bestellen kann - bei einer Mindestabnahme von 10,8 Tonnen.
Bei Wintek wurde die Flüssigkeit benutzt, um Apples Touchscreens zu reinigen, wobei ursprünglich Alkohol für diesen Zweck zum Einsatz kam. Dann aber erfolgte im Jahr 2008 der Umstieg auf n-Hexan, vermutlich aus Kostengründen. Ebenfalls vermutlich aus Kostengründen unterließ man es aber, die Belüftung der Arbeitsplätze zu verbessern. Obwohl das offenbar notwendig gewesen wäre.
Laut dem letzten Bericht Apples zur "Supplier Responsibility" mussten fast 140 Arbeiter behandelt werden. Einige von ihnen blieben viele Monate im Krankenhaus. Die fünf Arbeiter, die sich mit ihrem Bittbrief der gesamten Belegschaft an Apple wenden, sehen sich jetzt aber als Verlierer der Sparmaßnahme. Wintek habe nicht genug an Schadensersatz gezahlt und zugleich Arbeiter zur Aufgabe ihrer Jobs gezwungen, wenn sie die Kompensationszahlungen annahmen. Den verbliebenen Mitarbeitern wurde noch dazu keine Zusage gegeben, dass ihnen im Fall einer erneuten Verschlimmerung ihrer Situation finanzielle oder medizinische Unterstützung gewährt wird.
Daher fordern sie Apple nun nicht nur auf, sich für die Vergiftungen zu entschuldigen. Das Unternehmen soll die Arbeiter auch an den Millionenprofiten beteiligen, die durch das Leben und die Gesundheit der Arbeiter produziert werden konnten. Wie man sieht, lassen sich Unzufriedenheiten auch im fernen China verbalisieren.
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