Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
02. März 2011
Das social Network befindet sich damit in einer vergleichbaren Situation wie viele Zeitungen und Zeitschriften, die es Google einerseits gerne untersagen würden, ihre Inhalte über Google News zu verlinken. Andererseits will es keines dieser Informationsangebote riskieren, Google mit einer entsprechenden Anweisung im robots.txt die Tür zu weisen. Denn dann wären auch alle Artikel aus dem Index der Suchmaschine verbannt. Eine weitere Ähnlichkeit zwischen den Online-Medien und dem Fall Yelp ist es, dass beide von der Einbindung in die Spezialsuchen Googles profitieren. Links aus Google News und Google Places tragen zur eigenen Popularität bei.
Doch im Fall Yelp sieht man dennoch überwiegend die Gefahr, von Google ausgenutzt zu werden. Denn Restaurant-Bewertungen bei Yelp sind beispielsweise von eigenen Anzeigen begleitet, die bei der Darstellung etwa auf der mobilen Places-Anwendung nicht erscheinen. Yelps Verärgerung mag auch damit zu tu haben, dass Google bis zum Jahr 2006 ein formales Syndizierungs-Abkommen mit dem Unternehmen hatte. Nach dem Ende dieser Vereinbarung startete Google Places und die Yelp-Ergebnisse wurden dort mit eingeblendet, wogegen Yelp allerdings bald protestierte.
Zwischenzeitlich verschwanden die Yelp-Ergebnisse wieder aus Google Places, während sie im Suchindex erhalten blieben. Das war im vergangenen Jahr, wobei davon ausgegangen wird, dass Google zuvor im Jahr 2009 erfolglos den Versuch unternommen hat, Yelp für 500 Millionen Dollar zu übernehmen. Nach dem kurzzeitigen Verschwinden der Yelp-Ergebnisse im Jahr 2010 kam es dann zu einer weiteren Einigung und die Yelp-Ergebnisse wurden wieder bei den Place Pages von Google eingeblendet.
Der Chef des Unternehmens, Jeremy Stoppelman, tritt jetzt aber an die Öffentlichkeit und stellt das Ganze wie eine Erpressung dar: Google habe Yelp ein Ultimatum gestellt: Entweder, die Yelp-Ergebnisse können bei Pages übernommen werden, oder Yelp soll auf alle Eintragungen im Google-Index verzichten. Eine Situation, die wie gesagt dem Dauerkonflikt zwischen den Online-Mdien und der Suchmaschine ähnelt. Der aber trotzdem Unterschiede aufweist und Googles Vorgehen bei der Übernahme von fremden Inhalten aggressiver erscheinen lässt.
Das auch, weil es hier eben nicht um eine Aggregation mehrerer gleichartiger Angebote wie bei Google News geht. Bei Places ist Google selbst aktiv an der Sammlung von Bewertungen beteiligt und damit nicht nur Einschätzung von Yelp ein Konkurrent. Gleichzeitig aber übernimmt Google die Yelp-Inhalte (d.h. 16 Millionen "Reviews"), um das eigene Angebot mit Informationen azureichern, die man selbst (noch) nicht hat.
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