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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Zu den Kunden von GSI gehören über 180 Markenhersteller und Händler wie etwa Levi's, Radioshack und Toys R Us. Das heißt, eBay übernimmt mit dem Kauf von GSI den Dienstleister, der diese Unternehmen und ihre Marken im Internet-Handel repräsentiert. Was aber keineswegs bedeutet, dass eBay damit nun auch das Recht erhält, diese Marken selbst zu vertreten oder gar in das eigene Verkaufsangebot zu übernehmen.

Die Hoffnung des Käufers geht aber sehr wohl in diese Richtung, wie die Beobachter vermuten. Man geht davon aus, dass eBay es durch diesen Winkelzug erreichen will, die bisher nicht im eBay-Handel vertretenen Marken und Händler durch diesen Deal an sich zu binden - um damit besser gegen den großen Konkurrenten Amazon antreten zu können. Hinter diesen Wettbewerber fällt eBay hinsichtlich der Handelsumsätze immer weiter zurück. Im letzten Jahr alleine stiegen die Verkaufszahlen bei Amazon um 40%, bei eBay dagegen nur um 11% (ohne Fahrzeuge).

Diese Diskrepanz also soll der Kauf von GSI nun helfen auszugleichen. Doch diese Hoffnung könnte trügerisch sein. Bedenken stellen sich schon deshalb ein, weil der Deal keinen Automatismus enthält, eBay kann kaum die Kunden von GSI als "eigene" Kunden betrachten. Denkbar ist vielmehr auch, dass ein Teil der Kunden nun lieber nach einem neuen Dienstleister sucht, weil man im neuen Eigentümer von GSI mehr einen Konkurrenten als einen Partner sieht. Ganz allgemein ist nicht jeder Markenhersteller geneigt, sein Warenangebot bei eBay einzustellen. Außerdem agiert GSI zum Teil selbst als Konkurrent zu Amazon und eBay. Die von GSI betriebenen Online-Shops Rue Lala (Mode) und Shoprunner (vorwiegend Hardware-Handel mit eigenem Versand) sollen daher ausgegliedert und verkauft werden.

Ob der verbleibende Rest dann noch reicht, um mit Amazon zu konkurrieren, ist wieder eine andere Frage. Stutzig macht jedenfalls, dass ein Teil der GSI-Kunden aus dem Bereich der Warenhäuser (z.B. Toys R Us) früher auch mit Amazon partnerte, dann aber den Verkauf über diesen Online-Händler einstellte. Der Grund: Amazon hat inzwischen eigene Warenangebote aufgebaut, die mit den Angeboten dieser Häuser konkurrieren. Bei eBay aber, wo tausende von Online-Händlern bereits mit minimalen Margen arbeiten, sollen diese Partnerschaften nun wieder erblühen. Irgendwie mag man das alles noch nicht so recht glauben.

Die Übernahme von GSI ist zwar schon stimmig. Zumindest insofern, als sie sich in die Strategie von eBay-Chef fügt, der den Abschied von der Auktion schon seit Jahren anstrebt und den Sofortkauf zum Maß aller Dinge erhoben hat. Aufgegangen ist diese Strategie bisher zwar nicht, doch sie hat einen interessanten Nebeneffekt entwickelt: Mit Unterstützung des professionellen Handels bei eBay und durch den dadurch möglich gewordenen Einstieg in das China-Geschäft ist eBays Zahlungsmittel Paypal zu einer immer wichtigeren Einnahmequelle für das Mutterunternehmen geworden.

Donahoe selbst hat schon die Prognose gewagt, dass Paypal sich zu einer weit größeren Einnahmenquelle entwickeln könnte als eBay es ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Übernahme von GSI dann vielleicht doch interessanter, als die Analysten den Deal jetzt einschätzen. Möglicherweise geht es gar nicht vorrangig darum, den Handel bei eBay durch neue Partner anzuschieben. Viel interessanter sollte es für eBay sein, die "gekauften Kunden" und deren Online-Shops weiterhin nach eigenen Vorstellungen agieren zu lassen. Doch eBay kann es nun diesen Kunden anbieten, Paypal als Zahlungsmittel zu integrieren. Womit die Reichweite dieses für eBay sehr lukrativen Kreditkartenersatzes noch einmal erhöht wird. Und zwar dort, wo eBay das Wachsum am nötigsten braucht, im Handel mit dem Endkunden in den USA.

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