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Was den Neuigkeitswert der Berichte angeht, so verweist das Blog The Intelligence zurecht darauf, was die britische Times schon im letzten Jahr bekannt machte. Damals wurde unter Berufung auf den Stabschef von Ex-Außenminister Colin Powell berichtet, dass ein Großteil der Insassen von Gitmo unschuldig ist. Der "Weltpolizist" USA hatte durch Kopfgeldzahlungen zu diesem Problem beigetragen. Der Verdacht, dass in Guantánamo Unschuldige einsitzen, wurde aber schon im Jahr 2009 geäußert, und dass es sich bei der gesamten Einrichtung um eine Verletzung internationalen Rechts handelt, wurde schon viele Jahre zuvor kritisiert.

Aber erst jetzt gerät das Unrecht in Folge einer konzertierten Aktion der Enthüllungsplattform auf die Titelseiten der internationalen Presseorgane. Wobei gerade diese letzte Aktion von Wikileaks auch deutliche Schwächen der Organisation und ihrer moralischen Selbstrechtfertigung enthüllt.

Als zynisch muss man es beispielsweise bezeichnen, wenn Wikileaks bei Twitter schreibt, dass "Domschiet, NYT, Guardian" versuchten, gegen die Wikileaks-Koalition den Spielverderber zu spielen. Doch man habe davon Kenntnis erhalten und als erster die Gitmo-Texte veröffentlicht ("Domschiet, NYT, Guardian, attempted Gitmo spoiler against our 8 group coalition. We had intel on them and published first".

Gemeint ist damit vermutlich, dass der ehemalige Mitstreiter von Julian Assange, Daniel Domscheit-Berg, der New York Times und dem Guardian die Informationen überlassen hat, die Assange den beiden Zeitungen nicht mehr geben wollte. Beide Zeitungen haben in der Zwischenzeit über ihre Konflikte mit Assange berichtet und dieser wiederum lässt keine Gelegenheit aus, etwa über die regierungstreuen "Ärsche" der New York Times zu wettern.

Willfährigere Medien wie etwa der Spiegel hatten die Informationen für ihre Berichte erneut von Wikileaks erhalten, mussten sich aber an ein News Embargo halten. Diese Sperrfrist wurde nachträglich nach vorne gezogen, um die zeitliche Priorität der von Wikileaks autorisierten Medien nicht zu gefährden. Sonst wären die mutmaßlich mit Domscheit-Berg kooperierenden Medien Wikileaks zuvorgekommen.

Wikileaks hat damit die Agenda der Medienwelt manipuliert und zugleich seine Medienpartner zu Mitstreitern in der sehr persönlich geführten Auseinandersetzung mit den Abspaltern um Domscheit-Berg gemacht.

Damit nicht genug hat Wikileaks damit auch erneut gezeigt, dass man sich selbst zum Herren über die Ereignisse machen möchte. Denn es wurde schon vor mindestens fünf Monaten bekannt, dass Assange im Besitz dieser Dokumente ist. Doch er und seine Organisation haben entschieden, dass diese etwa für den US-Präsidenten Obama politisch sehr schädlichen Informationen erst jetzt öffentlich gemacht werden. Da Obama es verabsäumt hat,. die Gitmo-Informationen selbst öffentlich zu machen, mag der für ihn entstehende Schaden gerechtfertigt sein. Dennoch wirft das Verhalten von Wikileaks viele Fragen auf.

Wäre es nicht Aufgabe einer neutralen Enthüllungsplattform, diese Informationen der Medienwelt ohne zeitliche Verzögerung und ohne Bedingungen anzubieten? Hat Wikileaks wirklich die moralische Autorität, sowohl über den Zeitpunkt als auch über die "Genehmigung" der Kanäle zu entscheiden? Und was würden wohl die Gitmo-Gefangenen dazu sagen, dass Assange die belastenden Dokumente schon seit mindestens fünf Monaten zurückhält, um sich jetzt ein Wettrennen mit seinem Intim-Feind zu liefern?

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