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Pilkington zitiert Eric Corley, den Herausgeber des Hacker-Magazins 2600, und meint wie dieser, dass etwa jeder vierte Hacker in den USA als Informant von FBI oder Secret Service angesehen werden kann. Eine Behauptung, die naturgemäß kaum nachprüfbar ist, auch wenn der Guardian von eigenen Untersuchungen spricht.

Corley jedenfalls schränkt die eigene Angabe auf "Hacker in den USA" ein, womit wohl auch der Gedanke verbunden ist, dass Hacker am ehesten dann zum Informanten der genannten Dienste werden, wenn sie für den Zugriff der US-Behörden erreichbar sind. Doch wie wollte man das in der Praxis zuverlässig einschränken, wenn die US-Ermittler mit ihren Kollegen in anderen Ländern und insbesondere der britischen Polizei eng zusammenarbeiten?

Für Pilkington ist daher nur Eines wirklich klar: Hacker begegnen sich mit Vorsicht und Misstrauen und sie tun gut daran. Denn teilweise haben "Agenten" und "Maulwürfe" des FBI schon selbst die Kontrolle von Foren und Marktplätzen der Hacker übernommen, um die dort auftretenden Personen entweder hinter Gitter zu bringen - oder um sie zu ebenfalls zu rekrutieren.

Nun weiß man nicht, zu welchem Prozentsatz die Schreiber des Guardian von FBI-Ermittlern oder von deren britischen Kollegen etwa des SOCA infiltiert wurden, um mit FUD-Kampagnen ("Fear, Uncertainty and Doubt") dem Hacker-Unwesen beziehungsweise dem Anonymous-Phänomen entgegenzuwirken. Doch die Verhaftung des Gefreiten Bradley Mannings vor einem Jahr war ebenfalls der Arbeit eines FBI-Maulwurfs zu verdanken.

Dieser, der vor Jahren als Hacker bekannt gewordene Adrian Lamo, hatte mit Manning erst ausführlich gesprochen, als "Sounding Board" für die Ängste und Probleme des kleinen, schwulen US-Gefreiten gedient, ehe er alle Informationen brühwarm den Ermittlern durchreichte. Welche Rolle dabei im übrigen der Lamo-Freund und Wired-Journalist Kevin Poulsen spielte, ist nicht eindeutig geklärt.

Doch auch er wird in dem Beitrag des Guardian zitiert, wenn er meint, das Anoymous-Kollektiv sei für Infiltration und Spaltung "klassisch verwundbar". Man habe laut Poulsen schon beobachten können, dass Anonymous-Mitglieder sich gegenseitig attackieren und dabei die IP-Adressen des jeweils anderen offenlegen, "das ist der erste Schritt, durch das FBI manipulierbar zu werden".

Die Botschaft des Guardian-Artilkels und der zitierten Experten ist kaum zu überhören, bei Anonymous und Co. ist niemandem zu trauen. Doch wem kann man schon trauen?

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