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Um diese Pflichtveröffentlichung wird sich Facebook nicht mehr lange drücken können, denn die so genannte 500er-Regel ("the 500 rule") besagt, dass alle Unternehmen mit mehr als 500 Anteilseignern ihre Bilanzen der Börsenaufsicht gegenüber offenlegen müssen, als seien sie an der Börse notiert. Weil Facebook aber in der Vergangenheit sehr großzügig mit den Firmenanteilen umgegangen ist, könnte diese Zahl sogar schon längst überschritten sein.

Wenn Facebook dann aber im kommenden Jahre die Bücher offenlegen muss, wäre ein vorheriger Börsengang sicher empfehlenswert. Denn die Bekanntgabe der Zahlen könnte sonst die Phantasien der Anleger dämpfen. Diese Phantasien werden zur Zeit zwar noch von Berichten wie jenem von CNBC angeheizt. Wobei CNBC in einem kurze Zeit später erschienenen Bericht die eigenen Schätzungen wieder relativiert. Gestützt auf die Angaben eines Analysten meint man nun, dass 40 Milliarden Dollar der Sache dann doch näher kommen.

Doch letztendlich wird die Börse entscheiden, wo die Wahrheit liegt. Und dort wird man möglicherweise auch in die Bewertung einfließen lassen, dass Facebooks Wachstum nicht mehr so stark ist, wie es einmal war.

Auch in diesem Zusammenhang ist es schwer, Schätzungen vorzunehmen, weil es keine offiziellen Daten gibt. Doch der Infodienst Inside Facebook nimmt aufgrund der von Facebook veröffentlichten Mediadaten regelmäßig Schätzungen vor und hat dabei Erstaunliches festgestellt: Die Facebook-Nutzung beginnt in einigen Ländern zu sinken. Insbesondere in jenen Ländern, in denen Facebook schon recht früh ein starkes Wachstum verzeichnete, sinken die Zahlen jetzt auch zuerst.

Was insbesondere für die Vereinigten Staaten gilt, wo die Zahl der Nutzer laut diesen Zahlen von ca. 155 Millionen auf nur noch etwa 149 Millionen gesunken ist. Auich in anderen Ländern wie Kanada, Großbritannien, Norwegen und Russland ist von einem Negativ-Wachstum auszugehen. Doch dort ist ist nicht so stark ausgeprägt wie in den USA.

Inside Facebook will mit dieser Darstellung nicht behaupten, dass die von dem Dienst genutzten Daten wirklich zuverlässig sind. In einem Update stellt der Dienst den Facebook-Daten die Zahlen anderer Quellen gegenüber. Aber aufgrund unterschiedlicher Verfahren und Maßzahlen ist der Vergleich schwierig. Die Unsicherheit bezüglich der Zukunft Facebooks bleibt daher dennoch erhalten.

Wozu paradoxerweise gerade die extrem hohen Schätzungen des künftigen Marktwerts beitragen. Ein prognostizierter Unternehmenswert von über 100 Milliarden Dollar lässt jedenfalls bei vielen Beobachtern die Befürchtung aufkommen, dass Facebooks Börsengang unter überhitzten Bedingungen stattfindet. Wenn nun gleichzeitig Daten ans Tageslicht kommen, die auf ein nahes Ende des Facebook-Wachstums schließen lassen, dann werden diese Bedenken nur noch größer.

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