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15. Juni 2011
Man sollte als Antwort auf diese Frage nicht erwarten, dass Chinas "Shanzai" (Wikipedia) eine herausragende Rolle bei den Protesten der in Tunesien, Ägypten, Libyen und anderen Ländern spielten. Doch es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Verfügbarkeit billigster Kommunikationsgeräte die Entwicklung in diesen Ländern mit beeinflusst hat.
FastCompany bemüht zur Erläuterung die Entwicklung des taiwanesischen Chip-Herstellers MediaTek, der im Jahr 2004 erstmals die komplette Elektronik eines Mobilfunkgerätes als "cell-phone-in-a-box" auf dem Markt angeboten hatte. Dieses Angebot nahmen vor allem die chinesischen Produktpiraten dankbar an, denn es genügte, den Geräten Software und Gehäuse zu verpassen. Wurden 2004 noch etwa 3 bis 5 Millionen dieser Chipsets produziert, so waren es im Jahr 2010 bereits 500 Millionen.
Entsprechend verhielt es sich mit der Entwicklung der Produktpiraterie im Bereich des Mobilfunks. Zunächst wurden die chinesischen Geräte überwiegend auch in China an den Mann gebracht und trugen dort zu einem sehr schnellen Anstieg hinsichtlich der Geräteversorgung bei. Doch schon im Jahr 2009 schwappte der Gerätevertrieb auch nach Indien über. Das auch, weil in China allmählich iPhones und Android-Telefone auftauchten und weil die MediaTek Chipsets keinen 3G-Standard unterstützten.
Die hohe Zahl an chinesischen Billiggeräten zwang die indischen Mobilfunkunternehmen schließlich zu Kampfpreisen und es wird gemutmaßt, dass bestochene Politiker die Frequenzversteigerung im Sinne der Unternehmen manipulierten. Statt der erhofften 40 Milliarden Dollar wurden nur 2,7 Milliarden Dollar an Lizenzgebühren eingenommen, weil in letzter Minute statt der Versteigerung ein Festpreis von 355 Millionen Dollar pro Lizenz verlangt wurde. Was wiederum den im Preiskampf befindlichen Mobilfunkunternehmen sehr entgegen kam.
Inzwischen sind die Shanzai-Geräte jedoch in der arabisch-afrikanischen Welt angekommen und haben dort möglicherweise die politische Entwicklung beeinflusst. Die Telefone haben den Informationsaustausch der Bürger sowie die Organisation von Protesten vereinfacht, während zugleich die Information über diese Unruhen leichter ihren Weg ins Ausland finden konnte. Dienste wie Skype oder auch Twitter haben dabei sicher ebenfalls eine Rolle gespielt.
Doch das Mobilfunktelefon als Massenerscheinung war für sich schon "revolutionär" genug. Eine Ironie der Geschichte ist es allerdings, dass die Entwicklung in der arabischen Welt nun auf die Situation in China zurückwirkt. Denn inzwischen wird den Shanzhai-Produktfälschern von der eigenen Regierung das Leben entschieden schwerer gemacht.
Auch den Machthabern Chinas wurde vor Augen geführt, dass ein "Mobile" als Grundausstattung einer unzufriedenen Bevölkerung ein beträchtliches und nur schwer kontrollierbares Potential enthält. Daher versucht man nun, den Shanzai-Markt für mobile Telefone stärker zu kontrollieren. Doch das wird nach Ansicht von FastCompany den Geist nicht mehr in die Flasche zurücktreiben.
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