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22. Juni 2011
Doch die Resonanz auf diese Publikationen ist extrem gering, vergleicht man die Zahl der Berichte über die Haiti Cables beispielsweise mit dem Mediensturm, der dem Wikileaks-Video Collateralmurder.com folgte. Obwohl auch die Haiti-Depeschen durchaus Zündstoff erhalten, der für Schlagzeilen taugt.
Das zeigen die Artikel, die beispielsweise die Süddeutsche (7. Juni) oder der Spiegel online (15. Juni) über die Einflussnahme von US-Botschaft und US-Unternehmen auf die haitianische Politik produzierten. "US-Regierung drückt Mindestlohn in Haiti - Zwei Dollar am Tag" heißt es beispielsweise in der Süddeutschen. Im Spiegel textete man "Geheime Depeschen - USA machten Stimmung gegen Mindestlohn in Haiti".
Wobei es in beiden Fällen um die Lobby-Arbeit von Auftragsnehmern großer US-Texttilunternehmen wie Fruit of the Loom, Levi Strauss und Hanes ging. Unterstützt von der US-Botschaft brachten die Lobbyisten ein bereits vom Parlament angenommenes Gesetz zur Anhebung der Mindestöhne auf rund 5 Dollar täglich zu Fall, es blieb bei 3 Dollar Mindestlohn. Mehr oder weniger unverblümt soll dem von der Textilindustrie abhängigen Land damit gedroht worden sein, nach anderen Standorten für die Produktion zu suchen. Bei Levi's reagierte man pikiert auf diese Anschuldigungen und wies jeden Verdacht in einem Brief an der Herausgeber von "The Nation" von sich.
Doch obwohl solche Dementis sonst häufig die Pressemaschinerie erst richtig ölen, blieb das im Fall der Haiti Cables aus. Gerade 10 Fundstellen liefert die Suche bei Google News Deutschland nach "Wikileaks Haiti Levi Strauss", wobei nur zwei deutsche Texte darunter zu finden sind - die beiden oben genannten Texte.
Die Suche nach "Wikileaks Haiti Chavez" liefert bei Google News Deutschland sogar kein einziges deutsches Ergebnis unter 12 Fundstellen. Obwohl auch dieses Thema sehr interessant ist. Die Wikileaks-Dokumente zeigen, dass Ölfirmen wie ExxonMobil und Chevron zusammen mit der Botschaft einen von Hugo Chavez (Wikipedia) angestrebten Deal verhinderten, der für Haiti unter anderem billige Schwerölimporte für Kraftwerke beinhaltet hätte. Nun ist der provokante venezolanische Staatspräsident und US-Feind sicher keine leichte Kost für die Presse. Doch etwas mehr Aufmerksamkeit hätte der Vorgang durchaus verdient.
Allerdings könnte es sein, dass auch in diesem Fall die fragwürdige Kontrolle, die Wikileaks, beziehungsweise Julian Assange über "ihre" Dokumente ausüben, eine Rolle spielten. Denn die fraglichen Wikileaks-Dokumente wurden zunächst nur dem US-Wochenmagazin The Nation sowie dem haitianischen Magazin Haiti Liberté zur Verfügung gestellt. Wobei das linke US-Magazin ("flagship of the left") den Bericht absprachewidrig zu früh veröffentlichte und den Beitrag wieder offline nahm, um ihn erst später, diesmal gemeinsam mit der Liberté zu veröffentlichen.
In der Zwischenzeit waren interessierte Sekundärmedien auf Blog-Transkripte des Beitrags angewiesen, die die Inhalte des Berichts teilweise verfälscht wiedergaben. Was damit endete, dass das gesamte Thema der Haiti Cables außer bei einigen politisch ähnlich orientierten US-Medien keinerlei Beachtung fand.
Da noch dazu die US-Regierung auch in diesem Fall bei ihrer Haltung blieb, zu Wikileaks-Dokumenten keine Kommentare abzugeben, war das Thema dem massenmedialen Untergang geweiht. Nur auf Haiti sind die Haiti Cables weiterhin ein Thema. Doch dort steht der Einfluss der weltweit viertgrößten US-Botschaft auf die Landespolitik ohnehin außer Frage.
Links:
- Al Jazeera Video
- Wikileaks.org Cables der Botschaft in Port au Prince
- WNYC Underreported
- The Nation Let them live on $3 a day
- The Nation Levi Strauss Brief .
- The Nation Antwort auf Levi Strauss
- The Nation PetroCaribe Files
- Spiegel
- Süddeutsche
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