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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

In den beschriebenen Experimenten haben die Forscher zunächst frei verfügbare Bilder von Facebook-Mitgliedern gesammelt. Dazu haben sie in einem Fall mit Hilfe einer Suchmaschinen-API Bilder von Facebook-Nutzern einer bestimmten Stadt gesucht. In einem anderen Experiment nutzten sie die Bilder von Facebook-Nutzern, die Mitglied eines bestimmten College Networks waren.

Diese Bilder ließen sie von einer Gesichtserkennungs-Software überprüfen und verglichen sie im 1. Experiment mit den Bildern einer großen Dating Website. Die gefundenen Übereinstimmungen wurden jeweils von menschlichen Kontrolleuren überprüft. Das Resultat hier: Etwa 10% der nur mit Pseudonymen bezeichneten Mitglieder der Dating Site konnten mit Hilfe der Facebook-Profile namentlich benannt werden. Anzumerken ist dabei, dass die Zweitverwertung der Fotos auf beiden Websites möglicherweise das Ergebnis positiv beeinflusste. Identische Fotos machen die Wiedererkennung zum Kinderspiel.

Doch bei einem 2. Experiment wurden die gefundenen Facebook-Bilder genutzt, um eigens erstellte Fotos von Studenten (jeweils drei Fotos) auf dem Campus zu identifizieren. Das gelang sogar in einem Drittel aller Fälle. Die Gesichtserkennung war sogar so zuverlässig, dass die Referenten eine iPhone App entwickelten, mit der sie auf dem Campus Personen identifizieren konnten.

Den Forschern ist dabei klar, dass ihre Ergebnisse limitiert sind. Nur etwa 40% der von ihnen erfassten knapp 280.000 Facebook-Profile enthielten beispielsweise verwertbare, "einzigartige" Bilder (und bspw. keine Troll-Karikatur). Doch man muss den drei Autoren der Studie in ihrer Prognose zustimmen, wonach sich die notwendige Technologie noch in den Kinderschuhen befindet. Heute noch vorhandene Probleme und Einschränkungen werden absehbar im Laufe der Zeit verschwinden.

Der Mensch muss sich damit abfinden, dass bald jeder Blick in eine Kamera zu einer Zusammenführung dieser Bilddaten mit anderen Individualdaten führt. Doch das kann einige Folgen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene haben. Ein Problem ist die Entstehung unregulierter "Real IDs", wie die Autoren es nennen. Gemeint ist damit,.dass frei zugängliche Daten wie die bei Facebook sowie von staatlicher Seite als auch von Seiten etwa der Werbung zur persönlichen Identifizierung genutzt werden können.

Damit wird die individuelle Erwartungshaltung, man handele anonym, in vielen Situationen ausgehöhlt. Zugleich entsteht damit eine "augmented Reality", in der man jederzeit damit rechnen muss, dass online gespeicherte Daten plötzlich mit der Offline-Realität verbunden werden. Das kann je nach Situation vorteilhaft oder nachteilhaft sein, doch die Gefahr ist groß, dass das Individuum die Kontrolle über diese ergänzenden Daten verliert.

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