suedtirolWellness- und Ski-Urlaub in einem Hotel in Südtirol?

Wir helfen Ihnen bei der Hotelsuche!

Wenn Sie sich von der Hektik des Berufsalltages befreien wollen, finden Sie in Hotels in Südtirol den idealen Ausgleich für Körper, Geist und Seele.

 

Oracle einigt sich in einer Schlichtung mit der US-Regierung auf die Zahlung von knapp 200 Millionen Dollar (Bloomberg). Eine Rekordsumme, denn so viel musste noch nie eine beklagte Partei in Folge einer Klage nach dem False Claim Acts auf den Tisch legen. Und das Gesetz (Wikipedia) hat Tradition, es wurde vor knapp 150 Jahren eingeführt.

Genauer gesagt, geht der False Claim Act auf den amerikanischen Bürgerkrieg zurück und sollte dazu dienen, die schon damals sehr geschäftstüchtigen "Contractors" davon abzuhalten, der Armee Schindmähren und Flinten mit krummen Läufen anzudrehen. Dazu bediente man sich des Konzepts der Whistleblower, das heute wiederum in den USA (nach Wikileaks) kein besonders hohes Ansehen genießt.

Personen, die Kenntnis von Betrügereien erhielten, durften nach dem Gesetz stellvertretend für den Staat gegen die Betrüger klagen und wurden dafür mit bis zu einem Viertel der Schadenssumme belohnt. Und so verhielt es sich auch im Fall Oracle, wo der frühere leitende Mitarbeiter Paul Frascella den Part des Whistleblowers übernahm.

Frascella arbeitete bereits 10 Jahre für Oracle als "Contract Specialist", als er - immer noch in dieser Position beschäftigt - Klage gegen seinen Arbeitgeber beantragte. Zuvor hatte er schon intern versucht, auf Probleme beim Handel mit dem staatlichen "Zentraleinkauf" durch die GSA-Behörde ("General Services Administration") hinzuweisen, wurde aber abgeblockt. Ihm war unter anderem aufgefallen, dass Mitarbeiter über Preisnachlässe falsch informiert waren, beziehungsweise falsch darüber informierten - und dass die Behörde in Folge viel höhere Preise als marktüblich zahlen sollten (Information Week 2010).

Mit seiner Klage stellte er allerdings nicht nur seinen Gerechtigkeitssinn unter Beweis, sondern auch seine Geschäftstüchtigkeit. Denn im Rahmen der Schlichtung soll er einen Anteil von 40 Millionen Dollar erhalten.

Ob das nun zu einer genaueren Kontrolle der Oracle-Deals führen wird, bleibt abzuwarten. Im Jahr vor der Klage Frascellas zahlte Oracle jedenfalls schon einmal knapp 100 Millionen Dollar wegen eines ähnlichen Vorwurfs. Dort ging es um Geschäfte des kurz zuvor von Oracle übernommenen Unternehmens Peoplesoft mit der GSA. Eine gewisse Erfahrung mit diesen Problemen hatte Larry Ellisons Unternehmen also schon, als Frascella die Unternehmensleitung auf das Fehlverhalten aufmerksam machte. Doch als Antwort erhielt er den Hinweis, dass man entsprechende Anfragen der Mitarbeiter nicht schriftlich beantworten werde, um unnötige Belege auf Papier zu vermeiden ("because it would create a paper trail"). Das klingt dann schon nach Vorsatz auf hohem Niveau.



Du musst Dich anmelden oder registrieren, um einen Kommentar zu schreiben.