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Wieder einmal Ärger mit Spamhaus: Der niederländische Provider A2B hat sich bei der Polizei beschwert und die Anti-Spam-Organisation Spamhaus der Erpressung bezichtigt. Spamhaus hat alle IPs des Providers auf seine Schwarze Liste gesetzt, nachdem dieser sich angeblich geweigert hatte, den Datenverkehr eines seiner Kunden zu blockieren.

Mit den technischen Details bei The Register und eWeek zur Frage, was Spamhaus nun genau und auf welcher Grundlage gefordert hat, ist Vorsicht angebracht. Beide Magazine stützen sich in ihren Angaben in erster Linie auf das, was ihnen von A2B mitgeteilt hat. Demnach hat Spamhaus gefordert, den gesamten Datenverkehr/Upstream des deutschen Webhosting-Providers Cyberbunker zu sperren, obwohl nur einer der Kunden dieses Providers Spam verschickt hat.

Nun ist Cyberbunker ( werbender Wikipedia-Artikel) keine unbekannte Größe. Das Unternehmen wirbt mit der Unterbringung seines Data Centers in einem ehemaligen NATO-Bunker was ein wenig an das Auftreten von Bulletproof Providern erinnert. Provider also, die bevorzugt von Spammern genutzt werden.

Einer der Kunden des Providers wurde wohl auch zweifelsfrei als Spammer identifiziert, weshalb A2B nach dem Hinweis von Spamhaus zumindest diese eine IP blockieren wollte. Doch Spamhaus gab sich damit nicht zufrieden und setzte seine Forderung durch, indem alle IPs des niederländischen Providers auf die Schwarze Liste SBL gesetzt wurden. Nachdem die Kunden des Providers sich beschwerten, dass ihre Mails nicht mehr ankommen, lenkte A2B ein und blockierte den Cyberbunker-Datenverkehr. Doch gleichzeitig wurde Anzeige wegen Erpressung erstattet.

Mit dieser Anzeige wird A2B mit größter Wahrscheinlichkeit keinen Erfolg haben, denn Spamhaus kann wegen der Folgen einer Aufnahme auf der SBL nur schwerlich belangt werden. Die SBL gehört zu den populärsten Anti-Spam-Maßnahmen und alle Provider oder andere Unternehmen, die ihre Mails mit dieser Liste filtern, tun dies auf eigenes Risiko.

Spamhaus ist damit machtvoll, doch es handelt sich um eine Macht, die letztlich auf Vertrauen beruht. Und damit wird die Angelegenheit nicht einfacher zu beurteilen.

Das Auftreten und Verhalten von Spamhaus mag manchmal drakonische Züge tragen. das zeigte zuletzt das Vorgehen gegen den Wikileaks-Mirror wikileaks.info . Doch man muss auch anerkennen, dass Spamhaus als Nonprofit-Organisation an vorderster Front gegen das Spam-Übel kämpft und damit eine schmutzige Aufgabe übernimmt, vor der andere peinlich berührt zurückschrecken.

Denn eigentlich wäre es Aufgabe der Provider selbst, ihre Kunden vor Spam zu schützen und Spam-Versender (auch unter den eigenen Kunden) zu identifizieren. Doch während diese zwar bereit sind, im Staatsauftrag Inhalte zu filtern oder nur zu gerne den Datenverkehr anzapfen möchten, um den Kunden Werbung unterzuschieben (Phorm), ist ihnen die Spam-Bekämpfung zuwider.

Auf die aktive Spam-Bekämnpfung angesprochen entdecken die Provider plötzlich die Notwendigkeit des Datenschutzes und überlassen die Schmutzarbeit lieber Organisationen wie Spamhaus.org, die sich mit Spam-Versendern wortwörtlich prügeln und von diesen mit Klagen überzogen werden.

Von daher kann man durchaus verstehen, wenn Spamhaus im Vorgehen gegen Spammer und Provider sehr rigide sein kann. Man erkennt das im übrigen auch am kurzen Kommentar von Spamhaus zur Erpressungsanzeige an die Adresse der eWeek. Die Vorwürfe von A2B sind demnach kurz und knapp "rubbish". Eine andere Antwort war nicht zu erwarten..

Update: Spamhaus hat inzwischen eine ausführliche Gegendarstellung zu den von A2B initiierten Medienberichten veröffentlicht. Die Mitteilung berichtet in chronologischer Folge über die Ereignnisse, liefert eine Vielzahl von Hintergrundinformationen und lässt sowohl A2B als auch Cyberbunker in keinem guten Licht erscheinen. Mit der Einschaltung der Polizei ist man bei Spamhaus sehr zufrieden, denn so werde das Interesse der niederländischen Ermittler auf den nur vermeintlich "deutschen" Provider Cyberbunker gelenkt. Erpresst wurde A2B ansonsten nicht. Es soll sich im Gegenteil so verhalten haben, dass A2B versucht hat, Spamhaus für den Fall einer weiteren Behinderung der Geschäfte zu drohen. Doch das sei man bei Spamhaus gewohnt.



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