Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
18. Oktober 2011
Die britische Regierung will in Zukunft stärker als bisher dafür Sorge tragen, dass Kinder bei der Online-Nutzung nicht unbeabsichtigt mit Pornographie konfrontiert werden. Zu diesem Zweck sollen die Provider aufgefordert werden, Filter-Lösungen vorzusehen - was für sich schon zu problematischen Fragen führt. Etwa der, ob die Filter per Voreinstellung wirken sollen, und ob sich Porno-Interessierte dann als solche "anmelden" müssen. Ein anderes Problem spricht die britische PC Pro an. Das Magazin hat in Erfahrung gebracht, wie die für die Filterung notwendigen schwarzen Listen entstehen. Laut diesem Bericht entscheidet eine Handvoll studentischer Hilfskräfte darüber, was die Briten im Internet sehen dürfen und was nicht.
Gemeint ist damit die Erstellung einer schwarzen Liste von Websites, auf denen Pornographie, Glücksspiele, Gewalt oder andere Inhalte zu finden sind. Eine solche Liste wird von dem Sicherheitsunternehmen McAfee angeboten und mehrere große Provider weltweit nutzen diese Liste. Die PC Pro hat nun bei McAfee nachgefragt, wie diese Liste entsteht und von dem Unternehmen die Antwort erhalten, dass dieser Prozess weitestgehend automatisiert erfolgt. Nur dort, wo die maschinellen Filter keine sicheren Ergebnisse liefern, muss ein Rating Team die letzte Entscheidung treffen.
Was insbesondere für die Klassifizierung gilt, ob es sich nun bei einer bestimmten Website um Pornographie oder doch nur um Erotik handelt. Über diese Frage entscheidet dann in aller Regel eine Person, während ein andere Prüfer das Urteil in einem zweiten Durchgang bestätigen muss. Wobei die Schiedsrichter in aller Regel studentische Hilfskräfte sind, die nach einem Tag der Einarbeitung mit der Arbeit beginnen. "Es ist wirklich gar nicht so schwer", wird einer der Firmenverantwortlichen zitiert.
Schwieriger sei es da schon zu unterscheiden, ob es sich bei einem Informatonsangebot um "normale" Informationen oder etwa um Hassseiten handelt. Außerdem gäbe es Grenzfälle, etwa wenn eine Zeitung wie die Sun auf "Seite 3" ein splitternacktes Mädchen zeigt. Doch Websites wie die Sun tragen einen Marker und sind davor geschützt, auf einer schwarzen Liste zu landen.
Einblick in die URL-Liste des Filters wird allerdings nicht gewährt und das ist auch bei anderen Filter-Herstellern nicht üblich. Womit es dann auch schwer wird, den Anteil der fälschlich Gefilterten ("false Positives") zu ermitteln. Doch das Geschäftsgeheimnis geht in diesem Falle vor, das muss man schon verstehen.
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