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Ein kleines Beispiel, warum man als Schreiber bei Anonymous-Meldungen ein zunehmend flaues Gefühl in der Magengrube bekommt: Gestern abend erschien bei Heise Telepolis (also nicht den News) ein Beitrag über eine angebliche Anonymous-Aktion: Mitglieder von Anonymous haben demnach Informationen über die Nutzer von Kinderporno-Seiten gefunden und diese Informationen öffentlich gemacht:

"(...) screen names, manchmal den mutmaßlichen Realnamen, Alter, Geschlecht, dazu bei einigen auch die IP-Adresse, die E-Mail-Adresse, die Postanschrift, den Skypenamen, die Twitteradresse, Homepage und dazu Webadressen von Bildern und einschlägigen Sites, die sie sich angesehen haben, sowie in mehreren Fällen auch die Zugehörigkeit zu Rape-Foren, Fetischseiten, etc.".

Der Telepolis-Text setzt sich damit kritisch auseinander und stellt im Grunde auch die richtigen Fragen. Etwa die, ob denn die so veröffentlichten Angaben verlässlich sind. Und ob denn Selbstjustiz überhaupt eine Lösung sein kann.

Dass man das gleiche Thema aber auch als News verpacken kann, stellt man Stunden später bei n-tv unter Beweis, wo es dann schon um einen "gesprengten Kinderpornoring" geht. Quelle der Informationen scheint auch hier in erster Linie Twitter zu sein, wo unter dem Tag #OpDarknet Informationen eingeschleust und transportiert werden.

Doch wer steckt wirklich hinter dieser "Operation"? Bei AnonNews , der vielleicht zuverlässigsten Anonymous-Quelle , sind keine Informationen über die Aktion zu finden. Auch die darin beschuldigten Parteien liefern keinen Anhaltspunkt. Der in einem Video-"Manifest" (10% Info 90% dramatische Selbstinszenierung) und einer Pressemitteilung bei pastebin genannte Provider Freedom Hosting hat sich angeblich geweigert, Kinderpornos zu entfernen. Was angesichts der für diesen Fall zu erwartenden strafrechtlichen Konsequenzen vorsichtig gesagt eine ungewöhnliche Reaktion wäre.

Doch vielleicht hat einfach nur irgend wer irgend jemanden eine Mail geschrieben und keine Antwort erhalten. Die Website eines Provider dieses Namens ist jedenfalls laut einem Uptime Service seit August 2009 nicht mehr zu erreichen Es wird speziell diesem Provider also vermutlich nicht viel ausmachen, nun der "Feind Nummer eins" (n-tv) von Anonymous zu sein.

Was aber sollte die Operation Darknet denn überhaupt bewirken? In einigen Kommentaren wird beispielsweise unschuldig gefragt, ob Anonymous jetzt die eigenen Wurzeln bekämpfen will - womit auf den regen Tausch nicht immer moralisch und rechtlich einwandfreier Fotos in der Anonymous-Brutstätte 4chan hingewiesen wird.

Wobei es schwer ist, die Informationen der Operation Darknet überhaupt erst einmal nachzuvollziehen, denn die meisten bei pastebin veröffentlichten "Beweise" wurden schon längst gelöscht. Auch das kein Wunder, denn sie sollen laut OpDarknet mehrfach Links zu und Materialien von Kinderporno-Seiten enthalten haben. Es gibt ja auch wirklich keinen bescheuerteren Weg zur Bekämpfung der Kinderpornographie als die Veröffentlichung von Links auf Kinderpornos

Kurz: Bei diesem ganzen Media-Event werden Informationen über ein Ereignis verbreitet, über das es keine glaubwürdigen Informationen gibt und von dem jedes Detail mit den allergrößten Fragezeichen zu versehen ist. Ein Grund vielleicht, warum US-Medien diese seit Tagen bekannte Pressemitteilung einfach ignorierten. Oder es hat sich niemand gefunden, der einem Journalisten dort diese Informationen zugespielt hätte.

Schaden wird zwar durch Meldungen dieser Art auch (soweit erkennbar) keiner angerichtet. Doch es gibt keine Gewähr, dass nicht bei der nächsten Aktion der Operation Darknet beispielsweise eine Liste von Namen veröffentlicht wird, weil diese Personen es aus Sicht von Anonymous nicht besser verdient haben. Wer auch immer sich dann gerade hinter dem Begriff Anonymous versteckt.



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