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Groupon.com ist schon ein interessantes Phänomen. Zunächst war der erfolgreiche Coupon-Service für das soziale Internet der Liebling der Medien. Obwohl das Geschäftsmodell des Dienstes Nachahmungstäter geradezu einlädt (um jetzt nicht von den Samwer-Brüdern zu sprechen, deren Rechnung auch in diesem Zusammenhang wieder aufgegangen scheint. Doch jetzt steht laut den verschiedensten Quellen (z.B. Reuters)  der Börsengang von Groupon kurz bevor und plötzlich lassen alle Medien erkennen, wie groß doch ihre Zweifel an Groupon, den Geschäftspraktiken, den Hintermännern und überhaupt ist.

Vielleicht ist dieses Misstrauen in den letzten Monaten gewachsen, weil das Unternehmen seine Anträge bei der US-Börsenaufsicht SEC mehrfach "erweitern" musste. Wobei "korrigieren" eigentlich der bessere Ausdruck wäre, denn die SEC hat einige Änderungen ganz klar verlangt. Etwa, dass bezüglich der Einnahmen Nettoangaben geliefert werden müssen, oder dass bedeutende Marketing-Ausgaben von den Einnahmen abzuziehen sind.

Solche und ähnliche Meldungen erwecken den Eindruck, dass Groupon gerne "schöne" Zahlen öffentlich macht. Doch nicht nur das hat zu einem gewissen Stimmungswandel in den Medien geführt. Auch die inzwischen aufgetauchten Informationen über den Groupon-Vorstand Eric Lefkofsky kratzen am Ansehen des Unternehmens. Lefkofsky soll beispielsweise Gelder aus Investitionsrunden früherer Unternehmen an Mitarbeiter und Investoren ausgeschüttet haben - von 810 Millionen Dollar immerhin 319 Millionen Dollar an sich und die werte Frau Gemahlin. Für die Börse normalerweise eine "red Flag" wie die New York Times es einstuft.

Die Zeitung wundert sich weiter, wie es nach dieser und anderen negativen Informationen überhaupt noch zu einem Börsengang kommen kann. Müssten die Unternehmen und Banken an der Wall Street nicht die Finger von dieser Investition lassen? Doch die Zeitung kennt die Antwort auf diese Frage sehr genau, denn sie ist nicht neu.

Die Emissionshelfer sind es, die weiter auf den Börsengang drängen, ohne Scham die schönen Groupon-Zahlen bei ihren Kunden vorlegen und möglicherweise in der Vergangeneheit auch für eine gut mit Informationen versorgte Presse gesorgt haben. Denn die "Underwriter" kassieren viele Millionen bei dem Groupon-Börsengang. Selbst wenn das Ziel des IPO von 30 Milliarden Dollar auf ein Drittel zusammengestutzt werden musste. Das reicht immer noch für einen satten Schnitt. Die Frage ist nur, ob die Börse wirklich bei diesem Deal einsteigt - nachdem die Medien nun so deutlich davor warnen.



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