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03. November 2011
Dem "Herbst-Frühjahrsputz" Googles - oder dem von Larry Page, wie manche behaupten - ist nicht nur Google Buzz zum Opfer gefallen, sondern eine ganze Reihe anderer Anwendungen wie Aardvark, Google Desktop, Fast Flip, die Maps API for Flash, das Software-Paket Google Pack sowie noch eine ganze Reihe anderer Dienste. Speziell bei der ebenfalls eingestellten Anwendung Sidewiki stellt sich die Frage, ob hier die Idee oder nur die spezielle Umsetzung aufgegeben wurde.
Die Idee hinter Sidewiki war nicht unbedingt neu, was schließlich auch zum Vorwurf führte, Google habe sich bei den Produkten anderer bedient. Doch der hinter Sidewiki stehende Gedanke einer Kommentierungsfunktion für Web-Inhalte, die neben dem Web existiert, ist fast schon älter als Google selbst. Noch in den 90ern sollte die Browser-Erweiterung Third Voice genau das möglich machen - und starb schließlich den gleichen stillen Tod wie jetzt das Sidewiki.
Der Dienst wird - wie es in den aktuell an die Teilnehmer verschickten Mails heißt - am 5. Dezember eingestampft. Autoren haben noch bis diesem Termin die Möglichkeit, ihre Inhalte zu exportieren. Doch wie hieß es beim Herbst-Frühjahrsputz noch prophetisch? Google wird Sideiki einstellen und sich dafür den breiter angelegten sozialen Initiativen (zur Zusammenarbeit im Web) widmen. Wird der Sidewiki-Gedanke nun Teil von Google+?
Schlecht ist der Gedanke einer solchen Kommentierungsfunktion ja nicht und zum Teil ist er ja auch schon bei Google+ durch die Bewertungsfunktionen verwirklicht. Doch die Sidewiki-Umsetzung macht mehr notwendig, wie etwa ein eigenes Browser-Fenster, in dem die Kommentare sichtbar werden. Nun ist in diesem Zusammenhang schon bemerkenswert, dass Google die Weiterentwicklung des dafür notwendigen Toolbars auch ein wenig schleifen lässt. Für Sidewiki war der Google Toolbar unabdingbar. Der aber wird für Mozilla Firefox - wie es scheint - nicht mehr weiterentwickelt.
Das wiederum kann mit den speziellen Schwierigkeiten zu tun haben, die Google zur Zeit mit den Mozilla-Entwicklern hat - und umgekehrt. Man kann die Aufgabe der Toolbar-Weiterentwicklung schon als weiteren Hinweis auf ein Auseinanderdriften beider Seiten betrachten. Dabei schien Firefox einst so ein wichtiger Partner des Microsoft-Konkurrenten. Doch was ist dann Googles Strategie hinsichtlich solcher Anwendungen wie Sidewiki, die ohne Browser-Kontrolle kaum machbar sind?
Die Antwort ist eigentlich klar: Google muss zwangsläufig die Verbreitung des eigenen Browsers Chrome forcieren. Unnötig zu sagen, dass Sidewiki im Chrome Store noch verfügbar ist und in Sekunden funktionstüchtig instilliert werden kann. Doch Chrome hat noch deutlich mehr Vorteile, die zunehmend auch von den Anwendern erkannt werden, wie man an den Statistiken von Netmarketshare gut erkennen kann.

Bei dieser Statistik (die sicher das englischsprachige Web bevorzugt abbildet) kann man sehen, dass der Newcomer Chrome mit einem Marktanteil von fast 18% längst eine feste Größe ist. Der Verlauf der einzelnen Kurven macht aber auch klar, dass Chrome neben der Dauerranderscheinung Safari (5,4%) der einzige Browser mit positiven Wachstumszahlen ist.
Der einstige Monopolist MSIE wird bald die 50%-Schwelle unterschreiten, was eher wenig wundert und auch nicht ganz unverdient kommt. Erstaunlicher ist da schon, dass Firefox langsam aber sicher schrumpft. Von 25% im Oktober 2009 auf 22,5% zwei Jahre später. Sogar der Opera-Anteil, von dem man kaum mehr annehmen konnte, dass ein Schrumpfen noch möglich ist, beträgt nur noch 1,6%. Es waren schonmal fast 2,5%. Wenn diese Statistik einen Gewinner kennt, dann ist das Chrome.
Die Hinweise mehren sich damit, dass Google sich nicht nur auf die mobile Entwicklung und die soziale Welt konzentriert, wie es immer heißt. Vielmehr weisen die Anzeichen darauf hin, dass Google allgemein versucht, die Kontrolle über den Browser-Markt zu erlangen. Chrome ist kein Nebenschauplatz, sondern der vielleicht wichtigste Teil dieser Strategie. Denn wer die Kontrolle über die Browder hat, kann auch die Kontrolle über das ganze Web ausdehnen.
Die Frage ist daher nicht mehr, wann der nächste Browser-Krieg beginnt. Die Frage ist eher, ab wann er blutig wird.
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