Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
03. November 2011
"Geh, hol meinen Gürtel, hol den Großen, ich werde sie jetzt verdreschen" so beginnt das Video, das zur Zeit in den USA die Runde macht und das womöglich - in den USA weiß man das nie - das politische Ende für Bezirksrichter William Adams im texanischen Aransas County bedeutet .
Veröffentlicht wurde das Video sieben Jahre nach der Strafaktion durch das Opfer selbst, die heute 23 Jahre alte Tochter Hillary, die eine Wiederwahl ihres Vaters zum Richter verhindern will: "Do not allow this man to ever be re-elected again. His 'judgement' is a giant farce".
Die Dresche hat die damals 16jährige bezogen, weil sie ungehorsam war und weil sie eine Tauschbörse im Internet benutzt hatte. Bestrafungsaktionen dieser Art waren allerdings an der Tagesordnung und auch die Video zu sehende Mutter - inzwischen getrennt lebend - wurde angeblich misshandelt.
Würde ein Berufskollege das Verhalten des Richters anhand des Videos überprüfen, so würde er vermutlich nicht von einer Handlung im Affekt, sondern von einer überlegten und geplanten Tat sprechen. Das auch, weil er vor dem ersten Hieb noch hörbar sein Wasser in der Toilette abschlagen ging. Doch es scheint weitere Hinweise neben den Bildern häuslicher Gewalt zu geben, die ihn als Richter ungeeignet erscheinen lassen.
Schon im Mai wurde dieses Posting veröffentlicht, das Adams zynisch als Juristen bezeichnet, der "seiner Zeit voraus" ist. Die dort zitierten "Perlen seiner richterlichen Weisheit" beinhalten vor allem Aussagen, wonach man Kindern vor Gericht und insbesondere in Missbrauchsfällen keinen Glauben schenken darf. Wenn es stimmt, was dort steht, dann hat Adams sogar die Fähigkeiten eines Propheten: "Wenn es keine Videoaufzeichnung oder Ähnliches gibt, dann sollte man es nicht vor Gericht bringen. Kein Videoband, also ist es nicht passiert".
Der Umkehrschluss lässt sich genüsslich ziehen, denn das "Videoband" existiert in diesem Fall und wird sicher noch zu Konsequenzen führen. Egal, wie hart diese Konsequenzen ausfallen und ob sie die von der Tochter in einem Tweet gewünschte professionelle Hilfe beinhalten, das Video wird Geschichte machen. Es ist das erste heimlich erstellte virale Heimvideo, mit dem sich ein Kind an den Grausamkeiten seiner Eltern rächt.
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