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Gegen Jörg Kantel, den Macher des Schockwellenreiters und damit einen der vermutlich bekanntesten deutschen Blogger, wurde Strafanzeige wegen Gotteslästerung erstattet. Ob es deswegen zu einer Verurteilung kommt, wird spannend. Denn was Kantel geschrieben hat, ist aus seiner Sicht nichts als die Wahrheit. Wobei er sich allenfalls den Vorwurf gefallen lassen muss, aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht und die Dinge beim Namen genannt zu haben.

In dem fraglichen Posting vom Juni hat er die katholische Kirche als "Kinderficker-Sekte" und den Erzbischof Joachim Kardinal Meisner als "Ayatollah von Köln" bezeichnet. Das Posting kann und soll vermutlich nicht verbergen, dass der Schreiber über den Gegenstand seines Textes erbost ist.

Es geht in dem kurzen Posting um die Aussage Meisners, der die Abtreibung als "täglichen Super-GAU" bezeichnet hatte. Diese Aussage ist zwar zunächst einmal nur als sinnfrei zu bezeichnen, denn mit einem "größten anzunehmenden Unfall" hat eine bewusst vorgenommene Abtreibung rein gar nichts zu tun. Welche "guten" Motive einen Kirchenoffizier dazu bringen können, in die Trickkiste des Werbetexters zu greifen, ist für Außenstehende zwar nicht nachvollziehbar. Doch der Vergleich mit einem GAU verleiht der Abtreibungsdiskussion jedenfalls eine andere Qualiität und macht das Thema griffiger. Es stellt jeden mit einer unberechenbaren giftig-explosiven Gewalt gleich, der die Abtreibung als Ausdruck einer freien Willensentscheidung akzeptieren kann.

Das ist - um den Duktus des §166 StgB zu übernehmen - dazu geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören. Was nach eben diesem Paragraphen zu verbieten wäre, wenn die Nichtgegner der Abtreibung eine Glaubensgemeinschaft bilden würden.

Doch solchen Hetzreden darf man nicht mit dem Motto "Auge um Auge" begegnen. Deshalb darf Kantel wohl auch nicht mit dem Hinweis auf schwere Verfehlungen katholischer Kirchenunteroffiziere kontern. In den Reihen dieser frommen Männer gibt es zwar eine auffällige Häufung von Sexualdelikten, bei denen regelmäßig Kinder zum Opfer gemacht werden Doch auch wenn diese Verfehlungen international zu beobachten sind und die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche das verbindende Merkmal dieser Straftaten ist, darf man deswegen noch nicht von einer Kinderficker-Sekte sprechen.

Das heißt, warum eigentlich nicht? Gut, nicht alle Mitglieder dieser religiösen Vereinigung (laut Wikipedia bedeutet "Sekte" nichts anderes, nur hat die Kirche den Begriff semantisch umgedeutet) sind in dieser Hinsicht straffällig geworden. Insbesondere unter dem gläubigen Fußvolk sind die Kinderficker wohl eher normal verteilt.

Aber um den professionellen Gottesanbeter und seine Reinheit der Seele ranken sich so viele erbauliche Geschichten, dass ein Sündenfall durch Kindesmisshandlung bei ihm ohnehin schon doppelt schwer wiegt. Wenn solche Straftaten in dieser Berufsgruppe dann noch gehäuft auftreten, dann schreit das hinsichtlich der Kritik geradezu nach dem Stilmittel der Übertreibung. Das gilt erst recht nach dem Meisner'schen Super-GAU, denn auf diesen groben rhetorischen Klotz gehört ein ebenso grober Keil.

Gläubige Unterchristen sollten die provokante Wertung Kantels daher nicht als Beleidigung der eigenen Person werten. Und wenn doch, sollten sie in gewohnter Form die andere Wange hinhalten. Wobei man schon anmerken muss, dass der Theorie-Transfer in die Praxis gerade bei diesen christlichen Verhaltensanweisungen nicht sehr oft zu beobachten ist.

Auf eine Strafanzeige wegen Gotteslästerung sollte man jedoch gerade nach atheistischen Hetzreden über christliche Hetzreden verzichten. Denn das stört den öffentlichen Frieden nur noch mehr. Alternativ dazu bietet sich den Gegnern der päderastischen Verunglimpfung noch die Chance, den Fall durch ein Gottesurteil im Sinne eines Gedankenexperimentes zu klären.

Es genügt dazu, sich vorzustellen, das eigene, nach Möglichkeit minderjährige Kind für 24 Stunden in die Obhut eines beliebigen fremden römisch-katholischen Pristers zu geben. Wer dazu schon im Gedankenexperiment nicht bereit ist, sollte sich auch nicht über Kantels harte, aber vermutlich ehrlich gemeinten Worte echauffieren.



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