Aus der Reihe "Wissenschaftskonferenzen, die Geschichte schrieben": Über den Briten Giles Brindley, Musikwissenschaftler, Urologe und Physiologe, findet man bei Wikipedia nur einen vergleichsweise kleinen Artikel. Doch er hat wesentliche Beiträge zur Entwicklung von Arzneimitteln geleistet, die der Behebung von Erektionsstörungen dienen.

Wirklich bekannt aber wurde Brindley, weil er die von ihm entwickelten Substanzen im Selbstversuch testete. Und weil er zum Beweis ihrer Wirksamkeit auf einer Konferenz in Las Vegas 1983 den anwesenden Ärzten sowie ihren (meist weiblichen) Begleitern Fotos dieser Wirkungen zeigte.

Als echter Wissenschaftler ging er sogar noch weiter, denn er wollte demonstrieren, dass diese Wirksamkeit auch dann gegeben ist, wenn keine erotische Stimulation im Spiel ist. Wie er dann weiter erklärte, würde es wohl kein normaler Mensch für erotisch stimulierend halten, auf offener Bühne zu stehen und vor großem Publikum einen Vortrag zu halten. Sprach's, und ließ auch auch schon die Hosen auf Kniehöhe fallen, was selbst die anwesenden Urologen sehr irritierte. Das Mittel, dessen Wirkung er demonstrieren wollte, hatte er sich bereits im Hotelzimmer injiziert.

Weil ihm das aber immer noch nicht genügte, schreibt ein Beobachter Jahre später, meinte Brindley dann würdevoll, dass er gerne einigen der Anwesenden die Möglichkeit geben möchte, den Grad der Schwellung selbst zu kontrollieren.

Womit er das Podium verließ, mit den herunterhängenden Hosen zum Publikum watschelte, wo einige der Frauen in den ersten Reihe nur noch die Arme in die Höhe warfen und laut schrien. Was den eben noch von seiner Forschung hingerissenen Professor ebenfalls erschreckte. Schnell zog er die absichtlich weit gewählten Hosen nach oben, stieg aufs Podium zurück und beendete seinen Vortrag - der allen Anwesenden sicher lange im Gedächtnis blieb.

Womit aus heutiger Sicht zumindest Eines bewiesen ist: Es gab damals noch keine Handys mit Kamera.