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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Der Kleinkrieg zwischen Apple-Fanboys und den Mitgliedern jenes Fähnchens Wieselschweif, das sich mehr für Googles Android begeistert, kann einem manchmal so richtig auf die Testikel gehen. Aber so richtig.

Jüngstes Beispiel: Der Business Insider liefert eine Fotostrecke, die Beispiele von "Firmen zeigen, die Apples Design gestohlen haben". Wenn in dieser Fotostrecke nun einige originelle beziehungsweise originäre Bilder zu sehen wären, fände man das ja interessant. So aber sind die meisten der Fotos fast schon festes Repertoire jener Bildersammlungen, die immer wieder im Umfeld des Android- und insbesondere des Samsung-Bashing zu sehen sind.

Im Fall des Business Insiders könnte man überspitzt sagen, dass mit Hilfe ständig erneut gemopster Bilder ein Diebstahl geistigen Eigentums bewiesen werden soll. Bei einer Boulevard-Version eines Wirtschafts-Blogs, das regelmäßig die unwichtigsten Nichtigkeiten zur Sensation aufbläst, wundert das zugegeben nicht.sehr.

Doch erstaunlich ist es, dass auch ernstzuhmende Menschen wie beispielsweise der Apple-Blogger John Gruber auf der gleichen Welle reiten. Ihm hat ein anderer Blogger, Dan Lyans (aka "RealDan", der Mann hinter "Fake Steve"), vor einigen Tagen die Leviten gelesen. Denn die Mitteilung von Samsungs Rekordergebnissen hatte Gruber mit den Worten kommentiert  "Dann führt Jony Ive das Designer-Team von gleich zwei der profitabelsten Telefonhersteller an. Eindrucksvoll".

Womit er in gewohnt schnippischer Weise sagen wollte, dass die Arbeiten von Apples Chef-Entwickler Ive von Samsung schamlos abgekupfert worden sind. Diese Formulierung wiederum hatte Lyons verärgert, der daraufhin in seinem Artikel zeigte, dass einige der Vorwürfe gegen Samsung einfach haltlos sind, und dass Apples Rolle als "Quelle, aus der alle Kreativität fließt" einfach das Ergebnis einer übersteigerten Wahrnehmung ist.

Doch das wird von Gruber in einer Replik im Daring Fireball vollständig ignoriert und mit dem Argument erwidert, es gäbe genügend Beweise, die Samsungs Plagiate belegen. Womit er ebenfalls auf eine jener Bildersammlungen verlinkt, wie sie oben angesprochen wurden. "Nicht schon wieder..."

Man fragt sich in solchen Situationen, ob Dienste wie der Business Insider oder Blogger wie Gruber ihr Publikum unterschätzen. Oder ob es nur um die schamlose Erhöhung der Seitenabrufe durch aktives Trollen geht.

Denn es ist keineswegs ein Geheimnis, dass gerade Ive sich in ähnlicher Form am geistigen Eigentum von anderen "vergangen" hat, wie man es der Apple-Konkurrenz vorwirft. Nur ist es so, dass die tatsächlich von diesen "Vergehen" betroffenen Personen das alles sehr viel souveräner wahrnehmen und behandeln.

Ive hat sich beispielsweise in einem "sehr lieben Brief" bei Dieter Rams bedankt, dem einstigen Chef-Designer von Braun, durch dessen Arbeiten der Apple-Mann inspiriert worden ist. Und auch hier wäre es einfach, dieses Tun als "schamloses Kopieren" in Bildersammlungen zu dokumentieren, um es den Apple Fanboys aufs iBrot zu schmieren.

Doch insbesondere Rams hat die Größe, deswegen keinen thermonuklearen Krieg vom Zaun brechen zu wollen - woran Ive übrigens auch nicht gelegen scheint. Beide scheinen mehr daran interessiert, dass gutes Design in angemessener Form Anerkennung findet. Und Rams betrachtet es ausdrücklich als Kompliment, wenn Apple Geräte nach dem Vorbild seiner Arbeiten entstehen.

Das sollten die Vertreter der beiden verfeindeten Smartphone-Welten besser auch in dieser Form akzeptieren. Wichtiger scheint ohnehin, in welcher Form die Geräte und ihre Anwendungen das Leben verändern und nicht, mit welchem Design man den Nachbarn neidischer macht.

Es gibt an beiden Systemen - iOS und Android - wesentlich wichtigere Punkte, über die man sich streiten kann als die Frage, ob es ein Diebstahl geistigen Eigentums ist, wenn ein rechteckiges Tablet in beiden Fällen in einen passgenau zugeschnittenen Pappkarton passen.



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