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20. Januar 2012
Posted in Internet News
Vor wenigen Stunden wurden in Neuseeland drei Personen festgenommen, darunter Kim Schmitz alias Kim Dotcom, der Gründer von MegaUpload.com. Der Betrieb von MegaUpload wurde eingestellt.
Das US-Justizministerium erklärt sich für die Verhaftungen für verantwortlich und gibt an, dass in diesem Zusammenhang zusätzlich mehr als Hausdurchsuchungen in acht weiteren Ländern vorgenommen wurden, bei denen Wertgegenstände ("Assets", u.a. mehrere Mercedes Benz von Schmitz) im Wert 50 Millionen Dollar beschlagnahmt wurden. Der Betrieb von MegaUpload-Servern in Kanada, den USA und den Niederlanden wurde in diesem Zuge ebenfalls unterbunden. Den betroffenen Personen wird die Bildung einer internationalen kriminellen Organisation vorgeworfen, die für die massive Online-Piraterie von verschiedensten Formen urheberrechtlich geschützter Werke verantwortlich ist.
Der Mitteilung über diesen coup de force folgen zahlreiche Meldungen, wonach Anonymous in den Folgestunden etliche Websites mit verteilten DoS-Attacken angegriffen hat. Darunter das US-Justizministerium, das US Copyright Office, das FBI, die französische Hadopi-Behörde sowie die Verbände der amerikanischen Film- und Musikindustrie RIAA und MPAA. Eine "Pressemitteilung" von Anonymous bestätigt das auch.
Die Aktion der US-Justiz in Zusammenarbeit mit etlichen Ermittlungsbehörden anderer Länder (z.B. Bundeskriminalamt) einzuordnen, dürfte schwerer fallen als die Beurteilung der Anonymous-Angriffe. Hinsichtlich der Letzteren werden Wetten angenommen, dass es schon in wenigen Tagen oder Wochen zu exemplarischen Festnahmen von Beteiligten kommen wird. Gerüchteweise wird die Zahl der Beteiligten auf 5.000 geschätzt.
Was aber das Vorgehen der US-Justiz angeht, so wirft schon der zeitliche Zusammenhang Fragen auf. Denn gerade ein paar Stunden vor den Festnahmen endete der seit vielen Tagen angekündigte Protest gegen die US-Gesetzesvorhaben SOPA und PIPA. Beide Gesetze zielten darauf ab, insbesondere die internationale Piraterie einzudämmen. Die Aktion in Neuseeland demonstrierte jedoch, dass die US-Behörden gar nicht so ohnmächtig sind, wie es zur Begründung der beiden Gesetze heißt.
Allerdings stehen die Verhaftungen auch in zeitlichem Zusammenhang mit einer PR-Aktion von MegaUpload vom Dezember. Bei dieser PR-Aktion wurde ein Werbevideo von MegaUpload verbreitet, auf dem namhafte US-Musiker ihre Liebe für MegaUpload erklärten. Die Universal Music Group versuchte das Video wegen eines vermeintlichen Urheberrechtsverstoßes zu stoppen, doch MegaUpload konnte belegen, dass kein Rechtsbruch vorlag. Daraufhin klagte MegaUpload gegen UMG und rührte dazu kräftig mit Hilfe von TorrentFreak die PR-Trommel. MegaUpload und Schmitz erklärten dabei, dass der Dienst gegen keine Rechte verstößt und vollständig legal ist. Ob derZugriff in Neuseeland also eine Folge der besonders guten Beziehungen zwischen der US-Musikindustrie und den Justizbehörden ist?
Die US-Justiz jedenfalls behauptet, durch MegaUpload sei den Rechteinhabern ein Schaden von 500 Millionen Dollar entstanden. Durch Werbeeinnahmen und den Verkauf kostenpflichtiger Zugänge sollen Schmitz und Co. 175 Millionen Dollar eingenommen haben. Nun sind drei der sieben Beschuldigten verhaftet und als nächstes stellt sich die Frage, ob sie an die USA ausgeliefert werden. Das ist allerdings sehr wahrscheinlich. Dann wird voraussichtlich ein hochspannendes Verfahren folgen, in dem Schmitz seine Unschuld unter Beweis stellen kann und die US-Justiz beweisen muss, dass MegaUpload tatsächlich wie behauptet eine kriminelle Organisation ist.
Falls ihr das nicht gelingt, hat die Justiz vielleicht noch einen Plan B in der Tasche. Die bei Wikipedia zusammengefasste Vita von Schmitz ließe vermutlich auch noch andere Klagen und Maßnahmen zu.
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