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24. Januar 2012
Posted in Internet News
Google kann hervorragend mit Zahlen umgehen, das ist bekannt. Schließlich sind Zahlen beziehungsweise Daten die Grundlage für alle Produktentscheidungen des Unternehmens. Auch wenn es um die Öffentlichkeitsarbeit geht, kann Google gut mit Zahlen jonglieren. Das demonstriert das Such- und Find-Unternehmen ganz aktuell, wenn es unter dem Motto "One Hour per Second" die neuesten YouTube-Rekorde feiert. Nur Eines, was sonst jeder mittelprächtige PR-Fuzzie beherrscht, kann Google nicht: Mit Zahlen glaubhaft Produkte aufhübschen, die besser laufen könnten. Und dennoch versucht sich gerade Firmenchef Larry Page immer wieder in dieser Kunst.
Erneut war das zu beobachten, als Larry Page in der vergangenen Woche bei der Vorstellung der Quartalsbilanzen auf die Erfolge von Google+ zu sprechen kam. 90 Millionen registrierte Nutzer zählt Google+ inzwischen, berichtete Page der informationshungrigen Presse. "Über 60% der Google+-Mitglieder benutzen täglich Google-Produkte" meinte der CEO weiter und ergänzte, dass das Gleiche für 80%.der Google+-Nutzer auf wöchentlicher Basis gilt.
Das klingt nach einer ganzen Menge intensiver Nutzer des sozialen Netzwerks, möchte man meinen. Doch der Analyst Rocky Agrawal kann ebenfalls mit Statistiken spielen und mag sich von toll klingenden Zahlen nicht täuschen lassen. Schon gar nicht, nachdem Page im vergangenen Juli schon einmal mit übertriebenen Angaben zu beeindrucken suchte.
Damals, nachdem Google+ gerade zwei Wochen am Start war, gab Page ebenfalls anlässlich einer Bilanzveröffentlichung bekannt, dass sich die Nutzerzahlen prächtig entwickeln. Schon 10 Millionen Anwender seien Google+ beigetreten und diese schon recht große Schar teile und erhalte täglich mehr als 1 Milliarde Dinge. Da kann der interessierte Laie eigentlich nur noch staunen und vermutlich vergaßen auch viele Journalisten, sich die Bedeutung dieser Zahlen zu vergegenwärtigen.
Denn legt man die "Items" auf den einzelnen Anwender um, so sind das im Durchschnitt täglich 100 verschickte Botschaften pro Person. Das scheint ein wenig viel, auch wenn einzelne Benutzer diese Zahl sogar noch locker schlagen können. Doch Agrawal ging der Frage weiter nach und kam dabei zu dem ernüchternden Ergebnis, dass Page nicht nur die verschickten Botschaften meinte, sondern auch jede einzelne Kopie der Botschaft an die verschiedenen Empfänger. Wenn also von einem Konto bei Google+ eine einzelne Mittelung an 10 verschiedene Personen gerichtet war, dann bedeutete das in der Lesart des Google-Chefs, dass 10 Botschaften als verschickt gelten. Das ist von den Fakten her zwar richtig, doch als Information für die Presse schrammt diese Angabe ganz knapp an der Unwahrheit vorbei.
Bei der Vorstellung der aktuellen Ergebnisse ist daher auch Vorsicht angebracht, meint Agrawal. Was soll es beispielsweise bedeuten, wenn Page von registrierten Benutzern spricht? Wo sich doch längst eingebürgert hat, die Zahl der aktiven Nutzer durch die tägliche Nutzung eines Dienstes zu definieren. Das ist einfach, aussagekräftig und erfüllt voll den gewünschten Zweck. Wozu aber sollte man als externer Beobachter wissen wollen, wie viele Menschen sich registriert haben, dem Dienst aber schon nach dem ersten Besuch wieder den Rücken kehrten?
Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, bröckelt dann auch der Wert der weiteren Aussagen Pages. Denn wie soll man es interpretieren, dass 60% der Nutzer von Google+ täglich einen von Googles Diensten in Anspruch nehmen, wöchentlich sogar 80%? Zählen denn die Suchmaschine Googles und das Video-Portal Youtube nicht zu den zentralen Anlaufstellen für die meisten Internet-Nutzer in der westlichen Hemisphäre? Ist es nicht umgekehrt so, dass 60% beziehungsweise 80% sogar ein erstaunlich geringer Anteil sind, wenn man es recht bedenkt? Zumal die Angabe ja nicht die Aussage enthält, dass diese Anwender zusätzlich auch Google+ einen Besuch abstatteten.
Agrawal jedenfalls denkt, dass diese für ihn bedeutungslosen Statistiken von Page bewusst eingesetzt wurden. Und zwar in der Hoffnung, dass Journalisten diese Zahlen übernehmen, um dann darüber zu berichten, was für ein glänzendes Wachstum Google+ erlebt. Eine Hoffnung, die nicht ganz vergebens ist, wenn man mit der Eingabe "Google+ 90 Millionen" einen kleinen Pressespiegel bei Google News erstellt.
Da kann man eigentlich nur hoffen, dass Agrawal mit seinen Fragen und Vermutungen zu skeptisch war, und dass Pages Zahl der registrierten Nutzer in etwa der Zahl der "echten" Nutzer entspricht. Denn sonst droht die Gefahr, dass dieses Spiel mit Zahlen irgendwann auffliegt. Was die zuvor nicht wirklich getäuschte, aber eingelullte Presse dann zwangsläufig als Lüge interpretieren wird. Denn die entwickelt sich dann ganz schnell zur Journaille und deutet Fakten ebenfalls um. So können aus missverständlichen Angaben dann auch ganz schnell gezielte Lügen werden. Es kommt eben immer darauf an, wie man die Wahrheit verpackt.
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