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25. Januar 2012
Posted in Internet News
In einem Blog-Eintrag von Alma Whitten, zuständig für den Datenschutz bei Google, werden erneut Änderungen an der Datenschutz-Praxis des Unternehmens angekündigt. In etwa einem Monat sollen die "mehr als 70" Datenschutzerklärungen der verschiedenen Dienste und Angebote des Unternehmens in einer einzigen Policy zusammengefasst werden. Was zu dem wohl erwünschten Nebeneffekt führt, dass Google die bei jedem dieser Dienste gesammelten Datenbestände in einen großen Topf wirft, um - na, was wohl? - die Erfahrungen der Anwender noch besser werden zu lassen. Ob die Anwender es nun wollen, oder nicht.
Im bisherigen Spiegel der US-Presse wird die Ankündigung Whittens daher auch nicht als Vorteil für den Anwender dargestellt, sondern als die Absicht Googles, sich noch hemmungsloser an den Daten der Anwender bedienen zu können.
Obwohl Whittens es nicht versäumt, wieder einmal darauf hinzuweisen, wie sehr sich Google doch dem Datenschutzgedanken verpflichtet fühlt. Wobei eigentlich schon ihr erster Hinweis auf Googles Data Liberation Front alles sagt, was man zu diesem Thema wissen muss: Die Website dieses Projektes kommt in der Aufmachung daher wie eine Protestseite der 68er, auf der sich Unterdrückte gegen irgend eine Ausbeutung zur Wehr setzen können. Grundgedanke ist es aber, dass Google seinen Nutzern eine Möglichkeit bietet, alle gespeicherten Daten zu exportieren. Womit die Aussage verbunden ist "Wem es nicht passt, kann gehen. Wir halten niemand". Als ob es eine ernsthafte Alternative zu Google gäbe.
Vertreter von Googles PR-Abteilung werden in dieser Aussage vermutlich wieder eine Fehldarstellung von Googles Intentionen sehen. Wo doch ihr Unternehmen so viel tut, um dem Schutz der Daten der Anwender und ihrer Privatsphäre zu dienen.
Etwa, indem man die Anwender informiert und bestimmen lässt, nach welchen Präferenzen die ihnen präsentierte Werbung ausgewählt wird. Oder - ein anderes Beispiel - die Teilnahme Googles an aboutads.info, einer zentralen Stelle für das Opt-out des Anwenders (bzw. der gerade benutzten Browser-Installation) aus dem Behavioral Advertising (d.h. Cookie Tracking) verschiedener Online-Werbeagenturen.
Den Widerspruch zwischen einer Suchmaschine, die dem Anwender einerseits die Nutzung immer einfacher und bequemer machen will und dem Verweis auf obskure Websites andererseits, wo man im Laufe eines Online-Lebens zigmal seine Unwilligkeit bekunden muss, sehen die Verantwortlichen offenbar nicht.
Wobei im Fall der jetzt angekündigten Integration der Datenschutzerklärungen ein weiterer Punkt bemerkenswert ist. Whitten erklärt zwar, dass nun die Daten der verschiedenen Dienste für eine bessere Zukunft ebenfalls zusammengeführt werden. Doch ein Opt-out für die Zusammenfassung der Daten ist offenbar nicht vorgesehen. Was die Kritik an der geplanten Maßnahmen noch erwartbar steigern wird.
Dabei könnte sich Google vermutlich einen Großteil dieses Ärgers ersparen. Denn ein zentraler, aber dennoch fast nie angesprochener Punkt der gesamten Kritik ist es, dass Anwender und Datenschützer folgende Regelmäßigkeit unterstellen: Jedesmal, wenn Google ankündigt, die Erfahrungen der Anwender verbessern zu wollen, geht es in Wirklichkeit um die Optimierung der Werbung.
Ganz falsch ist diese Vermutung sicher nicht. Doch wenn das Unternehmen beide Bereich klarer trennen würde, wären vermutlich ein Großteil der Missverständnisse und Verdächtigungen vom Tisch. Wahrscheinlich würden viele Anwender es sogar gerne tolerieren, dass anonymisierte Daten über sie erfasst und gespeichert werden, um Google dabei zu helfen, die Werbeeinnahmen zu steigern. Doch die fehlende Trennschärfe zwischen beiden Bereichen erhöht das Misstrauen gegenüber Google.
Wobei es vielen Anwendern vermutlich nicht ungelegen käme, wenn Google die Leistung etwa der Suchmaschine nicht ständig durch noch mehr individuelle Anpassungen "optimieren" würde. Manch ein Anwender wäre froh, durch die indivuelle Eingabe einer Suche selbst bestimmen zu können, ob es bei dem Suchbegriff "Jaguar" um ein Tier oder um eine Automarke geht. Nach der aktuellen Ankündigung will Google diese Entscheidung beispielsweise auf Grundlage einer zuvor geschriebenen Google Mail treffen. So viel Bemutterung durch immer weiter gehende Personalisierung kann auch nerven.
Erst recht, wenn es der Anspruch des Anwenders ist, in Google einen zuverlässigen Helfer zu sehen. Was eben auch impliziert, dass die Eingabe einer Suche zu immer reproduzierbaren Ergebnissen führt. Und nicht zu individuellen Ergebnissen für Schüler, Hausfrauen, Lebenskünstler oder Beamte.
Für eine zuverlässige und objektive Suchhilfe würde vermutlich manch ein Nutzer Zugeständnisse hinsichtlich der Datenauswertung für Werbezwecke machen. So aber wirken Maßnahmen wie die aktuelle Zusammenfassung der verschiedenen Datenbestände unter dem Deckmantel einer Vereinfachung der Datenschutzerklärung einfach nur aufgesetzt. Wie eine gequält erfundene Rechtfertigung. Was Googles Anspruch, ein "guter Steward" der Anwenderdaten in Zweifel zieht und gleichzeitig die Intelligenz der Anwender in Frage stellt.
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