Wellness- und Ski-Urlaub in einem Hotel in Südtirol?
Wir helfen Ihnen bei der Hotelsuche!
Wenn Sie sich von der Hektik des Berufsalltages befreien wollen, finden Sie in Hotels in Südtirol den idealen Ausgleich für Körper, Geist und Seele.
27. Januar 2012
Posted in Internet News
Dass Biuchautoren bei Amazon Lobeshymnen auf ihre eigenen Werke singen, ist nicht unbedingt die Ausnahme. Es ist auch nicht unüblich, dass Kollegen, Freunde oder auch der Ehegespons für die eine oder andere begeisterte Bewertung verantwortlich sind. Doch so schamlos, wie ein amerikanischer Händler das Amazon Bewertungssystem auszutricksen versuchte, war es bisher noch selten zu beobachten.
Der unter dem Namen VIP Deals auftretende Händler hatte sich auf Lederhüllen für das Kindle Fire sowie auf Elektroschockgeräte (Stun-Guns) spezialisiert und erhielt für seine Angebote in beiden Produktgruppen absolute Traumbewertungen. Wie die New York Times berichtet, kam das nicht von ungefähr, denn der Händler bot auch einen traumhaften Service. Zusammen mit den für wenig Geld gekauften Waren schickte er seinen Kunden ein Blatt mit einem unschlagbaren Angebot: "Schreiben Sie eine gute Bewertung über den Kauf und ich erstatte Ihnen den Kaufpreis".
Für die meisten Empfänger des Angebots war das ein guter Deal und der Händler erhielt beispielsweise für seine "Vipertek Lederhüllen" von 335 Bewertern 310mal die vollen 5 Sterne. Nur eine Bewertung mit einem Stern und dem Kommentar "Beschiss" wurde von einer ehrlichen Haut abgesetzt. Doch von diesen Häuten gibt es offenbar nicht mehr viele. Einer der 5 Sterne-Bewerter meinte gegenüber der Zeitung sogar "Das ist kein Beschiss, das ist ein Ansporn" ("It is not a scam but an incentive"). Eine Antwort, bei der man spontan an Microsoft denkt ("It's not a bug, it's a feature") und sich fragt, welche Daseinsberechtigung solche Bewertungssysteme überhaupt noch haben.
Amazon jedenfalls scheint keine Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um diese Form des Missbrauchs zu verhindern. Die Bewertungen verschwanden zwar, nachdem die Times das Handelshaus auf den Fall angesprochen hatte und wenig später verschwanden sogar die Produkte des Anbieters. Doch als Antwort auf die Anfrage erhielt die Zeitung nur einen Verweis auf die Geschäftsbedingungen, die solche Kompensationsgeschäfte verbieten.
Dabei können sich solche "Werbungskosten" durchaus lohnen. Selbst wenn der Händler tatsächlich Hunderte oder gar Tausende der Lederhüllen verschenkt: Man erwartet schließlich auch, dass Amazon in diesem Jahr 20 Millionen Kindle-Geräte an den Mann bringen wird. Und was könnte für den Start in dieses Geschäft besser sein als ein Bewertungsprofil, das Mutter Theresa in den Schatten stellt?
Dabei ist dieser Fall vermutlich nur die Spitze des Eisbergs, eine frivole Übertreibung eines tatsächlich ärgerlichen Problems, das sogar der US-Handelsaufsicht ein "wir sind sehr besorgt" als Stellungnahme abringt.
Was soll man sonst auch sagen? Ein Verlass auf die Urteile Fremder ist immer kritisch. Das ist aber keine Besonderheit des Online-Lebens. Es gilt im gleichen Maße auch offline und zwar mindestens noch solange, wie Zeitungen Anzeigen schalten und Politiker Urlaub machen. Wenn man das erst einmal weiß, lässt der Schmerz schnell nach.
| < Neuere | Ältere > |
|---|




