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30. Januar 2012
Posted in Internet News
Google hat in der vergangenen Woche eine Änderung der Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen angekündigt, die ab 1. März in Kraft treten soll. Man ist kaum überrascht, dass dies in den Online-Medien einen "Shitstorm" der Empörung nach sich zieht, und dass beispielsweise ein verärgerter Blogger in der Huffington Post seinen Rückzug aus Google+ bekannt gibt. Laut anderen Nachrichten ist in China ein Sack Reis umgefallen.
Google zeigt sich von beiden News gleichermaßen unberührt und teilte den deutschen Anwendern am Wochenende die Änderungen dieser Regelwerke als Faktum mit. Von einem Massen-Exodus scheint man wegen dieser Änderungen nicht auszugehen. Dafür gibt es eigentlich auch keinen Grund, denn die Ankündigung Googles stellt keine bedeutende Änderung von Googles allgemeiner Strategie dar. Es ist nur ein weiterer, kleiner Schritt in jene Richtung, die das Unternehmen schon seit langem grundsätzlich verfolgt.
Der damit verbundene Grundsatz, die Basis aller Entscheidungen Googles, lässt sich wie folgt zusammenfassen:
"Nichts auf dieser Welt ist umsonst, auch Software und Datendienste sind es nicht. Wer Software und Dienste benutzt, muss dafür zahlen. Die Zahlung kann entweder in Form von Geld erfolgen, oder in Form der Aufgabe der eigenen Privatsphäre, beziehungsweise der Aufgabe von einigen Rechten an eigenen Inhalten. Der Zugang zu eigenen Daten und die Bereitstellung eigener Inhalte ist ein Äquivalent zur Zahlung von Geld, weil es damit Google ermöglicht wird, Werbeeinnahmen zu erzeugen.
Die Daten und Inhalte des Anwenders werden von Google ausschließlich zur Optimierung der Werbeeinnahmen benutzt. Die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Betriebs ist diesem Ziel untergeordnet, also können die Daten auch für diese Zwecke genutzt werden. Eine weitere Nutzung der Daten und Inhalte durch Google erfolgt nicht. Die Möglichkeit eventueller Zugriffe durch staatliche Einrichtungen bleibt davon unbenommen. Wer Googles Software und Dienste nutzen will, muss dem zustimmen. Ansonsten hat die Nutzung zu unterbleiben."
Genau so könnte die kürzeste Form von Googles "Policies" lauten und tatsächlich ist Google auf dem Weg zu einer solchen Kurzversion. Die neuen einheitlichen Datenschutzerklärungen und Richtlinien fallen jedenfalls deutlich knapper aus als die bisherigen Regelungen (Beispiel: Nutzungsbedingungen Google Mail alt vs. Nutzungsbedingungen neu). Obwohl in den neuen Regelungen die Texte von "mehr als 60" beziehungsweise "mehr als 70" Diensten zusammengefasst wurden.
Der eigentliche Sinn und Zweck der neuen Regelungen ist es daher auch nicht, dem Anwender eine "unkomplizierte und intuitive Nutzung der Google-Produkte" zu bieten. Es geht vermutlich viel eher darum, die bisherigen Regelungen zu glätten, um potentielle Stolpersteine für künftige Entwicklungen aus dem Weg zu räumen. Denn Google befindet sich unverkennbar auf dem Weg, die Bindung zum Kunden noch weiter zu intensivieren, ihm noch tiefer in die Datentasche zu greifen.
Das Betriebssystem Android ist der greifbare Beleg für dieses Vorhaben. Denn auch bei dem auf Linux basierenden Betriebssystem gilt der oben genannte Grundsatz: Wer das kostenlose System benutzen will, muss in Googles Währung der privaten Daten zahlen. Sollten Zweifel daran bestehen, sei es dem Android-Nutzer angeraten, sein Telefon ohne Login in ein Google-Konto zu benutzen. Ja, das geht schon, aber nur mit etlichen Einschränkungen.
Ein idealtypischer Android-Nutzer nach Googles Zieldefinition ist dauerhaft eingeloggt und akzeptiert es beispielsweise, dass scheinbar kostenlose Android Apps in Wirklichkeit mit Daten bezahlt werden müssen. Wobei der Anwender den Abfluss der Daten nicht bemerkt, wohl aber den Zufluss passgenau ausgesuchter Werbung.
Es dürfte nachvollziehbar sein, dass angesichts dieser Entwicklung ein babylonisches Nebeneinander zu vieler Richtlinien und Datenschutzerklärungen hinderlich wäre.
Womit zusammenfassend keine grundsätzliche Kritik am Modell Googles beziehungsweise Androids verbunden sein soll. "Software gegen Daten" ist ein fairer Deal, solange dies nicht verheimlicht wird. Aber es ist notwendig, dass sich der Verbraucher mit diesem Thema auseinandersetzt, um eine informierte Entscheidung treffen zu können. Will man Googles geforderten Preis nicht zahlen, muss man die Konsequenzen daraus ziehen und die Nutzung unterlassen. Beziehungsweise die Google-Nutzung auf jene Dienste reduzieren, die hinsichtlich ihrer Kosten (d.h.Daten) vergleichsweise billig zu haben sind. Wie etwa am PC die Google-Suche oder die Youtube-Nutzung.
Einen Ersatz für Googles Angebote im mobilen Sektor zu finden, wird zugegeben schwierig. Hier bleibt zum jetzigen Zeitpunkt fast nur noch die Möglichkeit, sich auf Apples iOS-Welt einzulassen. Statt der Bezahlung durch Daten muss man dort in Kauf nehmen, dass alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten in erster Linie optimal zum Profit des Unternehmens beitragen. Angefangen vom chinesischen Billigarbeiter bis hin zum Kunden, der hohe Preise zahlt und zusätzlich Werbung in Kauf nehmen soll.
Wenn also Kritik notwendig ist, dann nicht den dichotomen Geschäftsmodellen dieser beiden Wettbewerber. Kritik vielleicht eher daran, dass es keine Alternative zu diesen beiden Systemen gibt, die idealerweise irgendwo in der Mitte zwischen beiden Extremen anzusiedeln wäre. Was nebenbei gesagt zu der sonderbaren Situation führt, dass sich heute manch ein Windows-Hasser wünscht, Microsoft könnte mit seinen neuen mobilen Produkten wieder Anschluss an die Entwicklung finden. Denn die Gravitationskraft eines starken Dritten könnte ein weiteres Auseinanderdriften von Apples und Googles Denk- und Geschäftsmodellen vielleicht verhindern.
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