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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Dank eines FoIA-Informationsbegehrens gibt es neuen Lesestoff für alle Fans (und Feinde, sofern das bei einem Verstorbenen möglich ist) des Apple-Gründers Steve Jobs. Es handelt sich um 191 PDF-Seiten Ermittlungsmaterial der US-Bundespolizei FBI, die Jobs im Jahr 1991 "durchleuchtet" hat, weil er für einen Beraterposten beim damaligen US-Präsidenten George H.W. Bush vorgeschlagen worden war.

Jobs selbst scheint den Beamten nicht sehr freundlich begegnet zu sein, denn die Beamten wurden drei Wochen lang von ihm vertröstet. Neben ihm selbst wurden 29 weitere Personen vom FBI befragt. Wobei die vermutlich interessantesten Teile aus den veröffentlichten Unterlagen geschwärzt wurden. Vieles, was die im Bericht anonymisierten Freunde Nachbarn, (frühere) Kollegen und Partner zu sagen hatten, ist bereits bekannt. Etwa sein früherer Konsum von Marihuana und LSD, oder seine eigenwillige, von Ehrgeiz geprägte Persönlichkeit und sein Machtwille.

Doch die Angaben der Befragten, die damals gewissermaßen aus erster Hand Auskunft über die Person Jobs gaben, verleihen dem Ganzen eine Authentizität, wie man sie etwa bei der in Auftrag gegebenen Biographie von Walter Isaacson nicht finden kann.

Darunter befinden sich auch regelrechte Schmankerl. So meint einer der Befragten, der sich ansonsten nicht allzu positiv über Jobs äußert, dass er ihn für eine Position in der Regierung nur empfehlen kann. Denn "Ehrlichkeit und Integrität sind keine Qualitäten, die man für einen solchen Job benötigt". Ein anderer Befragter "charakterisierte Jobs als (be)trügerische Persönlichkeit, die nicht vollständig geradeheraus und ehrlich ist (..) Jobs wird die Wahrheit verdrehen und die Realität verbiegen, um seine Ziele zu erreichen".

Doch unterm Strich skizzierten alle Befragten Jobs als erfolgreichen, ehrgeizigen, zielbewussten und intelligenten Mann. Manchmal wird es sogar als loyal bezeichnet. Und seine Ansprüche an Mitmenschen waren hoch: "Der Beauftragte (also Jobs) hat die Fähigkeit Vorschlägen und Ideen anderer zuzuhören und sie zu übernehmen. Wie auch immer, Individuen, die mit dem Beauftragten zu tun haben, sollten wissen, wovon sie reden und gute Argumente für ihren Vortrag haben. Sonst wird der Beauftragte die Diskussion missachten und manchmal auch das Individuum". Das FBI hat also klar erkannt, dass man ihn Jobs kein Kuschler zum Präsidentenberater macht.

Und noch ein Wesenszug wird von einer der Befragten beschrieben: "...der Beauftragte ist fein heraus und hat mehr Geld, als er in seinem ganzen Leben ausgeben kann. Seine Hauptsorge ist es, wie sein Reichtum genutzt wird, wenn er einmal nicht mehr ist". 20 Jahre später dürfte er auch dieses Problem für sich gelöst haben.



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