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Nach dem jüngsten Treffen der ICANN in Costa Rica zieht die ComputerWorld eine nüchterne Bilanz: Die von der US-Regierung seit dem vergangenen Jahr praktizierten Domain-Beschlagnahmungen werden bald auch auf globaler Ebene zur Anwendung kommen. Eine Prognose, die zu Ende gedacht bedeutet, dass dann auch die chinesische, die russische oder die iranische Regierung Domains auf globaler Ebene ausknipsen können – sofern sie in der Lage sind, ein entsprechendes Gesetz aus dem Hut zu zaubern, gegen das der Betreiber der Domain verstoßen haben könnte.

Das mag überspitzt und zynisch klingen, aber man darf daran erinnern, dass sich die letzte Beschlagnahmung der US-Justiz gegen eine Domain richtete, unter der ein kanadischer Geschäftsmann Sportwetten angeboten hat. Ein Richterlein aus Maryland hatte die Beschlagnahmung der Domain beantragt und weil der Registrar der Domain nicht den US-Gesetzen untersteht, hat man VeriSign als übergeordnete Registry mit dem Vollzug beauftragt.

"An der Quelle saß der Knabe", konnte man bisher sagen, weil viele der gTLD-Registries ihren Sitz in den USA haben und damit der US-Rechtsprechung unterstehen. Doch die ComputerWorld erkennt, dass hier Änderungen in der Luft liegen. Einen deutlichen Hinweis liefert ICANN selbst, wenn sie den Vertretern der Regierungen im GAC (Government Advisory Committee) gelobt, die Registrars künftig stärker an ihre vertraglichen Verpflichtungen zu gemahnen, um damit die Erwartungen der Regierungen und der Strafverfolgungsbehörden besser erfüllen zu können.

Sowie der Musik- und Filmindustrie möchte man zur Abrundung ergänzen. Denn diese beiden Wirtschaftszweige sind eine wesentliche Triebfeder hinter der Entwicklung. In Washington (und andernorts) wird von der Unterhaltungsindustrie ungehemmt Druck auf die Politik gemacht, um das Urheberrecht noch weiter zu fassen, um Verstöße noch härter bestrafen zu können, denn man fühlt die Entmachtung durch das Internet.

Doch wie eingangs angedeutet, haben andere Regierungen auf diesem Planeten eigene Probleme, gegen die eine ständig mit Liebesentzug drohende Urheberrechtsindustrie allenfalls eine milde Plage ist. Gerade die besonders demokratiefeindlichen Länder werden in Zukunft auch darauf drängen, dass das Internet nicht grenzenlos sein kann.

Also werden sie auch das Recht in Anspruch nehmen wollen, Gesetzesverstöße durch den Schnitt an der Domain-Wurzel zu verhindern.

Wie dieses Machtspiel endet und auf welchem Weg die USA versuchen werden, den ganzen Schurkenstaaten dieser Welt (nach letzten Schätzungen dürften es 193 sein) dieses Recht nicht voll zu gewähren, bleibt abzuwarten.

Aber es dürfte auch klar sein, dass mit dem Grad der wahrgenommenen Ungerechtigkeit unter den Anwendern und Online-Unternehmen auch der Wille steigt, sich dieser Willkür zu entziehen. Das Entstehen der Piratenparteien ist ein Hinweis, dass es ein Widerstands-Potential gibt. Es könnte durchaus sein, dass sich aus diesem Umfeld schon bald der Wunsch entwickelt, wie man vor etwa 10 Jahren schon einmal beobachten konnte: Den Wunsch, das Internet und gerade sein Kernstück, das Domain Name System in eigene Hände zu nehmen.

Würde beispielsweise ein ThePirateBay.net sich nicht nur mit kindlichen Träumen von Sealand oder wie zuletzt einem Piraten-Server im Orbit beschäftigen, dann würde gerade diese Plattform hinsichtlich ihres Momentums eine gute Grundlage für alternative DNS-Pläne abgeben.

Doch dazu müsste ein entsprechendes Interesse bei den Betreibern bestehen. Und genau an diesem Punkt sind Zweifel angebracht. Denn worin genau unterscheiden sich ThePirateBay, MegaUpLoad, Rapidshare oder YouTube, wenn man allen juristischen Firlefanz beiseite lässt und nur nach der Motivation der Betreiber fragt?



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