Maßgefertigte Ledergürtel, auch XXXXL
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08. Januar 2007
Posted in Internet News
Der Spiegel online liefert unter der Überschrift "Skurrile Auktion - Kleinster 'Staat' der Welt steht zum Verkauf" eine recht interessante Meldung - sieht man davon ab, dass es weder um eine Auktion noch um einen Staat geht.
Vielmehr geht es um das letzte Kapitel der illegalen Besetzung einer militärischen Anlage in der Nordsee, die nach dem 2. Weltkrieg für Jahrzehnte als Königreich "Sealand" (Wikipedia-Artikel) im Besitz der Familie Bates war.
Zunächst diente die vorgeschobene Verteidigungsanlage der Abwehr deutscher Bomber. Doch nachdem diese Befestigung nach 1945 nicht mehr benötigt wurde, "besetzte" der Engländer Paddy Roy Bates die beiden unbemannten Betontürme samt Plattform und benutzte die Anlage für den Betrieb eines Piratensenders. Sehr unterhaltsam beschrieben wird diese "Piraten-Phase" übrigens vom Kollegen Wolf-Dieter Roth in seinem Buch "Piratensender".
Doch dann kam das Internet und damit der Zeitpunkt, das Fort im Meer als Standort eines Hosting Providers auszugeben. Der Sohn des Erstpiraten, Michael Bates, bot seit dem Jahr 2000 unter dem Namen Havenco solche Hosting-Dienste.
Als größter Vorteil des Dienstes wurde suggeriert, dass sich das Hosting auf Sealand dem sonst üblichen Zugriff der Strafverfolger entzieht. Doch das entsprach in mehrfacher Hinsicht nicht den Tatsachen, denn Sealand liegt innerhalb der 12-Meilen-Zone vor Großbritannien und untersteht damit fraglos der britischen Kontrolle. Gleichzeitig waren auf der Betoninsel überhaupt keine Server gehostet. Das Hosting erfolgte vielmehr auf US-Servern.
Sonderlich erfolgreich scheint das Hosting-Angebot auch nicht gewesen zu sein, doch dann folgte im vergangenen Jahr die Katastrophe. Das bis auf einen Wachmann unbewohnte Sealand brannte im Juni 2006 ab. Der Schaden in der Befestigungsanlage scheint beträchtlich gewesen zu sein und wurde von britischen Medien häufiger mit etwa 750.000 Pfund beziffert.
Doch inzwischen wurde die Anlage zumindest teilweise renoviert, wie Fotos eines kleinen britischen Bauunternehmens belegen sollen. Dennoch scheint der von einem spanischen Immobilienhändler angegebene Verkaufspreis von 750 Millionen Euro etwas hoch.
Vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Insel dem Verkäufer im Grunde gar nicht gehört. Und es ist wohl nur der Vorliebe des Eigentümers für Skurrilitäten zu verdanken, dass Sealand bisher noch nicht zum Gegenstand militärischer Zielübungen gemacht wurde.
Aber das könnte sich schnell ändern. Vor allem dann, wenn die bisherige Herrscherfamilie beispielsweise durch ein nicht-britisches Geschlecht ersetzt werden sollte.
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