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Die Konvergenz zwischen Fernsehen und Internet ist vielleicht schon weiter gediehen, als mancher (Sender) das wahrhaben möchte. Mehr als deutlich zeigt das ein Google-Forschungspapier, das im vergangenen Monat anlässlich der EuroITV einen Preis als bestes Forschungspapier erhalten hat. In diesem Papier geht es um Anwendungen, die sich aus dem Zusammenspiel zwischen (Internet-) PC und dem Fernsehgerät ergeben. Wobei beide Geräte nicht miteinander gekoppelt sind, sieht man von der Luft ab, die sich zwischen beiden befindet.

Diese Luft überträgt die Schallwellen aus dem laufenden Fernsehprogramm und ein nahebei stehender PC ist in der Lage, anhand dieser Audio-Informationen auf den genutzten Kanal zu schließen.

Das Papier beeilt sich an diesem Punkt übrigens mit der Feststellung, dass andere Geräusche im Raum von der Google-Anwendung überhört werden. Doch hat der PC erst einmal erkannt, welches Programm die anwesenden Zuschauer gerade anschauen, so bieten sich einige ungeahnte Möglichkeiten. Das Forschungspapier erwähnt beispielhaft vier Anwendungen, die durch dieses Zusammenwachsen möglich werden:

  • Personalisierte Informationen auf verschiedenen Ebenen: Zur laufenden Sendung könnten verschiedenste Informationen auf dem PC geboten werden. Das bedeutet weiterführende Informationen etwa bei politischen Sendungen aber natürlich auch Werbeinformationen, die zu jeweiligen Sendung passen. Als Grundlage der Kontext-Bestimmung wäre es auch denkbar, sensungsbegleitende Untertitel einzubeziehen.
  • Ad-hoc Peer Communities: Durch die Überwachung der Fernsehnutzung könnten noch während der laufenden Sendung Community-Angebote ermittelt werden. Zuschauer könnten beispielsweise schon beim Zuschauen nach Chat-Partnern suchen. Die Kenntnis der soziodemgraphischen Daten der Anwender könnte dazu genutzt werden, diese Auswahl noch zu optimieren.
  • Media-Daten in Echtzeit: Die Fernsehnutzung könnte von Werbekunden oder Agenturen noch während der Sendung genutzt werden, um Entscheidungen über Werbeeinblendungen zu treffen. Klassische Medienforscher würden dadurch praktisch überflüssig.
  • Video Bookmarks: Das zeitversetzte Fernsehen kommt schon heute häufig zum Einsatz, allerdings meist mit Hilfe lokaler Speichermedien. Der Rückmeldungskanal Computer würde es möglich machen, eine Video-Bookmark zu setzen, um es beispielsweise Kabelunternehmen möglich zu machen, spätere individuelle Ausstrahlungen der Bookmarks als Service anzubieten.

Links zu diesem Artikel

Michele Covell - eine der Autorinnen des Papiers (incl. Link auf PDF-Version)
Google Poised For Nielsen Raidings (Webpronews)



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