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03. Juli 2006
Posted in Internet News
Das US-Unternehmen "Europe by Net" beabsichtigt nach Informationen der New York Times eine Beschwerde bei der EU gegen 5 Möbelfirmen. Die Hersteller italienischer Design-Möbel werden der üblen Nachrede bezichtigt sowie der Preisabsprache. Dem Online-Shop werde es dadurch erschwert, seinen Geschäften nachzugehen.
Soweit der Vorwurf von Europe by Net, wobei die Gründerin des Unternehmens, eine ehemalige Bankerin aus New Jersey, keinen Hehl daraus macht, dass ihr Unternehmen sich in einer rechtlichen Grauzone bewegt. Denn Europe by Net ist kein autorisierter Händler der italienischen Firmen. Teilweise stößt dabei die Praxis des Unternehmens, Namen und Logos der Hersteller zu verwenden, auf Kritik der Markeninhaber. Auch wenn den Firmen vielleicht noch mehr missfällt, dass Europe by Net die Produkte der Firmen vorwiegend in den USA zu Preisen anbietet, die unter den sonst üblichen Marktpreisen liegen.
Denn der Shop sucht nach erfolgter Bestellung eines Möbelstücks nach Händlern, die - meist in Europa beziehungsweise in Italien ansässig - einen besonders günstigen Preis anbieten können. Und so gelingt es dem Unternehmen, Möbelstücke zwischen 20% und 40% unter den im regulären Handel verlangten Preisen anzubieten. Dazu kommen zwar noch die jeweiligen Frachtkosten. Doch bei Stückpreisen von mehreren tausend Dollar lohnt es sich immer noch, die teuren Stücke als Grauimport zu erwerben.
Nach Darstellung von Europe by Net waren die italienischen Unternehmen über diese Möglichkeit im vergangenen Jahr schließlich so erbost, dass sie der Zeitschrift Elle Decoration ein Ultimatum stellten: Entweder der Verlag stellt den Vertrieb eines gedruckten Katalogs ein, der zusammen mit der britischen Ausgabe verbreitet werden sollte, oder man werde Anzeigenschaltungen stornieren.
Zur Verbreitung des Katalogs kam es schließlich nicht. Allerdings nicht wegen des angedrohten Werbe-Boykotts, sondern wegen einer von Europe by Net nicht gezahlten Rechnung über 30.000 Dollar. Der Shop wiederum gibt an, die Summe zahlen zu wollen, sobald Elle im redaktionellen Bereich erklärt, von den italienischen Firmen unter Druck gesetzt worden zu sein.
Zusätzlich zeigt sich der Shop über angebliche Gerüchte empört, die auf die italienischen Firmen und konkurrierende Händler zurück gehen sollen. Laut diesen Gerüchten handelt es sich bei den von Europe by Net angebotenen Waren um billige Kopien und nicht um Originale.
Zusammenfassend kommt die New York Times in diesem Fall zum Ergebnis, dass der Möbelhandel über Europe by Net stellvertretend für viele andere Warengruppen steht, bei denen europäische Hersteller in den USA gezielt mit höheren Preisen kalkulieren, dann aber von Zwischenhändlern doch in ihrer Strategie gestört werden. Wobei insbesondere das Internet diesen Zwischenhandel erleichtert.
Jedoch scheint inzwischen auch der konventionelle US-Handel über diese Praxis verärgert. Was nachvollziehbar wird, wenn eine Händlerin sich gegenüber der New York Times darüber beschwert, dass inzwischen viele potentielle Kunden nur noch in ihren Laden kommen, um die Produktnummern der Hersteller zu notieren. Damit bewaffnet setzen sie sich dann an den Rechner und suchen online nach günstigeren Angeboten.
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