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Die Bürgerrechtsbewegung EFF hat einen bemerkenswerten und auch etwas fragwürdigen Sieg errungen: Michael Crook, der im vergangenen Jahr missbräuchlich mit Urheberrechtsklagen drohte, um Kritiker zum Schweigen zu bringen, hat die vom EFF angestrengte Klage im Rahmen einer Schlichtung abwenden können.

Doch ein Teil der EFF-Forderungen war es, dass Crook nicht nur einen Rechtskursus belegt, sondern sich auch in einem Video förmlich für seinen Rechtsmissbrauch entschuldigt.

Crook hatte damals selbst die Öffentlichkeit gesucht, denn er hatte sich zunächst in dem Anzeigendienst Craigs List als sexhungrige Frau ausgegeben, um dann die Antwortschreiben von Männern zu veröffentlichen und sich über sie zu belustigen. Diese Aktion brachte ihm schon einige Bekanntheit.

Noch publikumswirksamer war es, dass er auf einer weiteren Web Site den hohen Sold der US-Soldaten im Irak kritisierte, diese als dumme "Scumbags" (Drecksäcke) bezeichnete, die es verdienen ins Gras zu beißen und deren Existenz einzig als Begründung für rückwirkende Abtreibung zu sehen ist.

Daraufhin wurde bei Fox News zum Interview gebeten, in dem man ihn als Idioten vorführte und auch so bezeichnte.

Einer seiner Kritiker, Jeff Diehl, veröffentlichte auf seiner Site dann ein Standbild dieses Fernsehauftritts, um seine Kritik an Crook mit einem Foto auszuschmücken. Doch Crook behauptete, das Urheberrecht an diesem Bild des Senders Fox zu besitzen und schickte dem Provider Diehls eine "DMCA Takedown Notice". Eine Art Abmahnung, die den Provider über eine Urheberrechtsverltzung informiert und diesen zu sofortigen Maßnahmen zwingt.

Dieses Vorgehen erwies sich als erfolgreich und Crook sandte noch etlichen anderen Kritikern beziehungsweise deren Providern ähnliche Briefe. Obwohl er tatsächlich kein Urheberrecht beanspruchen kann.

Auch ansonsten scheint Crook eine recht dubiose Gestalt zu sein, denn er stellt nicht nur sexblinde Männer an den Pranger, sondern er leugnet auch den Holocaust und weigert sich in seiner Rolle als ordinierter Pfarrer (!), Mischehen zwischen unterschiedlichen Rassen zu trauen.

Vor diesem Hintergrund gesehen, trifft die Forderung nach einer Video-Entschuldigung sicher nicht den Falschen. Und wie man einem weiteren, nachträglich veröffentlichten Video entnehmen kann, zeigt er keineswegs Einsicht in sein Fehlverhalten. Vielmehr beleidigt er seine Gegner weiter, nennt sie geisteskrank und erklärt, Geldgier sei deren wahre Motivation.

Doch so gerechtfertigt nach all dem die Videostrafe zu sein scheint, muss sich EFF auch den Vorwurf des TechCrunch-Betreibers Michael Arrington gefallen lassen. Der nämlich weist daraufhin, dass auch ein Mann wie Crooks über menschliche Würde verfügt. Und auch wenn das vielleicht schwer zu erkennen ist, so bleibt diese Würde doch unantastbar.

Mit einer Videobestrafung, die nur der Entwürdigung dient, geht EFF also einen Schritt zu weit - und betritt damit das falsche Lager. Ein Argument, das keineswegs der Grundlage entbehrt.



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