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23. April 2007
Posted in Internet News
Ein fleißiger Leser von Googles Quartalsberichten hat im Forum von WebMasterWorld einige interessante Daten zusammengefasst. In einer Liste werden die vierteljährlichen Einnahmen aus dem Adsense-Programm den jeweiligen "Traffic Acquisition Costs" gegenübergestellt - also dem Teil der Adsense-Einnahmen, die Google an seine Partner auszahlt.
Das waren im letzten Quartalsbericht vom 19. April immerhin 1,13 Milliarden Dollar beziehungsweise 83,7% der 1,35 Milliarden Dollar, die Google für seine Adsense-Werbung erwirtschaftet hat. Eine interessante Entwicklung, denn noch nie zuvor hat sich Google gegenüber seinen Adsense-Partnern so spendabel gezeigt.
Als die Suchmaschine im Jahr 2003 dieses bis heute in dieser Form einzigartige Werbeprogramm startete, waren es zwar auch schon 82,3% der Einnahmen, die die Partner erhielten. Doch in den folgenden Jahren gingen die Beteiligungen tendentiell nach unten und betrugen im 4. Quartal 2004 nur noch 77,1% beziehungsweise 77,9% im 1.Quartal 2006.
Dieser Anteil wurde in den folgenden Quartalen sukzessive wieder gesteigert. Wobei diese Zahlen aber nicht nur bedeuten, dass Google seine Partner sehr großzügig behandelt. Viel wichtiger scheint, dass Google im Adsense-Bereich so gut wie keine Einnahmen erzielen kann, denn schon die notwendige Infrastruktur wird von den aktuell verbleibenden 16,3% einen beträchtlichen Teil verschlingen.
Doch dieses "Geschenk" an die Adsense-Partner scheint sich aus strategischer Sicht zu lohnen. Nicht nur, weil die Adsense-Partner für eine Art Omnipräsenz Googles beispielsweise in Gestalt der der Google-Suchschlitze im gesamten WWW sorgen. Viele der Adsense-Partner sind vermutlich auch in anderer Hinsicht als Multiplikatoren zu sehen.
Vor dem Hintergrund abertausender Blogs, die Adsense-Anzeigen einblenden und gleichzeitig Google in ihren Postings zum Gegenstand haben, ein wirklich interessanter Punkt. Man könnte auf dieser Grundlage durchaus behaupten, dass Google seine Popularität und seine Grassroot-Lobby zum Teil käuflich erworben, oder zumindest finanziell umworben hat.
Aber man könnte auch freundlichere Worte für diese Symbiose zwischen den Publizisten und der Suchmaschine finden. Das wäre allen Beteiligten vermutlich auch lieber.
Die Frage ist nur, wie sich das Adsense-Partnernetzwerk entwickeln wird, wenn es einmal wirklich Grund zur Kritik an Googles Handeln gibt. Und dieser Zeitpunkt ist möglicherweise bald erreicht. Denn die Übernahme von DoubleClick scheint selbst vielen hartgesottenen Google-(Adsense-)Fans suspekt.
Hierdurch
wird Google zum Quasi-Monopolisten der Online-Werbung ohne gleichzeitig
ein "gutes" Ziel dieser Ausweitung des Geschäftsbereichs zu
kommunizieren. Stattdessen überlässt es die Suchmaschine jetzt sogar
schon Bürgerrechtlern und Verbraucherschützern, diese "guten" Ziele einzufordern. Die haben aber auch keine Adsense-Anzeigen auf ihren Seiten.
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