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Bisher wurde das Thema "Google Apps" von der Suchmaschine immer heruntergespielt, was vor allem die mögliche Konkurrenz zu Microsoft betrifft. Doch mit dieser vornehmen Zurückhaltung scheint es jetzt vorbei.

Wie Google-CEO Eric Schmidt es in der vergangenen Woche auf der Aktionärsversammlung gegenüber Journalisten formulierte, heißt die neue Zielrichtung des Unternehmens nun "Suche, Werbung und Anwendungen" ("Search, Ads, and Apps"). Künftig werden also die Google Apps eine wesentlich größere Rolle in der Strategie des Unternehmens einnehmen. Und damit auch die Konkurrenz zu Microsoft.

Die Internet-basierten Anwendungen bieten dabei laut Schmidt in erster Linie den Vorteil der größeren Datensicherheit. Ein Argument, über das sich sicher streiten lässt, nachdem Google im Dezember bestätigen musste, dass die Mails einiger Google Mail-Nutzer aufgrund eines nicht näher beschriebenen technischen Problems unwiederbringlich gelöscht worden waren.

Doch ein derartiger Datenverlust war bisher die Ausnahme und vielleicht lassen sich potentielle Interessenten gerade der kostenpflichtigen Premier Edition von dem weiteren Argument beeindrucken, dass Google Apps eine größere Kompatibilität gewähren, als es bei Microsoft-Anwendungen der Fall ist. Dennoch scheinen Zweifel an dieser Strategie angebracht und diese Zweifel beziehen sich nicht nur auf technische Aspekte der Internet-basierten Anwendungen.

Ein Problem scheint zunehmend zu sein, wie ernst Googles Versprechungen bezüglich des Datenschutzes zu nehmen sind. Ein Thema, das gerade bei der kommerziellen Nutzung der Google Anwendungen von größtem Interesse sein muss.

Die Suchmaschine verspricht in diesem Zusammenhang immer, sich zum Besten des Anwenders zu verhalten und mit größter Offenheit über alle notwendigen Details auszulassen. Doch dann überrascht das Unternehmen beispielsweise vor wenigen Tagen mit der Aussage, dass alle Suchmaschineneingaben ebenso wie die angeklickten Ergebnisse von Personen mit Google-Konto seit Jahren individuell gespeichert werden.

Ein Umstand, der sicher nicht jedem Nutzer von Google Mail bekannt war. Inzwischen erklärt Google dieses Vorgehen zwar, doch diese Erklärungen sind wiederum unzureichend. So heißt es beispielsweise im offiziellen Google Blog, dass unter anderem die Befolgung europäischer Vorschriften zur Datenvorratsspeicherung es notwendig macht, die Daten bis zu zwei Jahre lang zu speichern.

Doch gleichzeitig gibt Google zu, dass diese Vorschriften noch gar nicht in Form von Gesetzen existieren - und damit die Vorratsdatenspeicherung ohne rechtliche Grundlage erfolgt.

Solche Erklärungen haben mit Offenheit und Zuverlässigkeit aber wenig zu tun, sondern eher mit PR und Schönfärberei. Das ist man eigentlich eher von Microsoft gewohnt und so kommt es, dass Larry Page anlässlich der Versammlung auch die Frage gestellt wurde wie Google es denn vermeiden will, "als das neue Microsoft zu erscheinen, und zwar nicht im schmeichelhaften Sinne". Die Antwort beziehungsweise Nicht-Antwort von Page: "(...) Wir sind nicht wie die anderen Unternehmen da draußen (...) Unsere Ingenieure benutzen alle Linux. Es ist frei. Jeder kann sich daran versuchen ("hack on it"). Es ist tief in unserer DNA".



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